Stress erhöht Demenz-Risiko

20. Jänner 2009, 12:16
posten

Schwedische Studie: Ruhige und kontaktfreudige Menschen erkranken seltener an einer Demenz - Einsamkeit und Stress sind kontraproduktiv

Stockholm - Ausgeglichene Menschen erkranken im Alter weniger wahrscheinlich an einer Demenz. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Karolinska Instituts in Schweden gekommen. 500 gesunde ältere Menschen wurden ersucht, Fragebögen über ihre Persönlichkeiten auszufüllen. Jene, die ruhig und entspannt waren, verfügten über ein 50 Prozent geringeres Risiko innerhalb der sechs Jahre der Laufzeit der Studie an einer Demenz zu erkranken. Britische Experten wie Susanne Sorensen von der Alzheimer's Society betonten, dass diese Studie eindeutig beweise, wie wichtig es sei, ein Leben lang sozial aktiv zu sein.

1 Million Demenz-Patienten im Jahr 2015

Derzeit leben allein in Großbritannien 700.000 Demenz-Patienten. Es wird erwartet, dass diese Zahl bis 2025 auf eine Million ansteigt. 2051 sollen 1,7 Mio. Menschen an dieser Krankheit leiden. Details der Studie wurden in Neurology veröffentlicht.

Die Fragebögen zu Persönlichkeitsmerkmalen bewerteten beispielsweise den Neurotizismus oder die Extraversion. Die Studie mit Teilnehmern über 78 Jahren kam zu folgendem Ergebnis: Sozial aktive aber ruhige Menschen besitzen im Vergleich zu sozial isolierten und leicht zu stressenden Menschen ein um 50 Prozent verringertes Risiko für die Entwicklung einer Demenz. Der Fragebogen stellte auch fest, wie oft eine Person regelmäßig an Freizeitaktivitäten teilnahm und wie ausgeprägt die sozialen Kontakte waren. Während der gesamten Laufzeit der Studie erkrankten insgesamt 144 Teilnehmer an einer Demenz.

Ruhe und Kontaktfreudigkeit von Vorteil

Die leitende Wissenschaftlerin Hui-Xin Wang erläuterte, dass Studien in der Vergangenheit gezeigt hätten, dass chronische Erkrankungen Teile des Gehirns wie den Hippocampus beeinträchtigen und so möglicherweise zu einer Demenz führen können. "Unsere Studienergebnisse legen nahe, dass eine ruhige und kontaktfreudige Persönlichkeit in Kombination mit einem sozial aktiven Leben das Risiko einer Erkrankung noch weiter senken können." Sie schränkte jedoch ein, dass es sich noch um frühe Studienergebnisse handle und nicht klar sei, wie genau die geistige Haltung das Demenz-Risiko beeinflusse. Eine Theorie geht davon aus, dass Stress und Anspannung die Freisetzung von Chemikalien auslösen, die das Gewebe des Gehirns schädigen können. (pte/red)

 

Share if you care.