Die wahre Geschichte hinter Microsofts Anti-Linux-Kampagne

20. Jänner 2009, 12:23
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Interne Dokumente belegen: Der Softwarekonzern befürchtete 2002 "gegen Linux zu verlieren" - KonsumentInnen sollten gezielt vor "Lizenz-Risiken" gewarnt werden

Eines der umstrittensten Kapitel in der jüngeren Microsoft-Geschichte ist die Anti-Linux-Kampagne "Get the facts". Mit einer Vielzahl an - von ExpertInnen immer wieder als unseriös kritisierten - "Fakten" wollte man die KonsumentInnen vor dem Einsatz des freien Betriebssystem warnen.

Hintergrund

Nun ist ein internes Mail aus dem Jahr 2002 aufgetaucht, das verdeutlicht welch akute Bedrohung Microsoft zu diesem Zeitpunkt durch Linux empfand. So schreibt Jim Allchin darin ganz offen, dass er "Angst" vor der zunehmenden Dynamik hinter dem Open Source-System habe. "Wir haben derzeit keine Route eingeschlagen, mit der wir Linux schlagen können. Daran müssen wir etwas ändern - und zwar umgehend", so die Analyse des damaligen Co-Chefs der Plattformentwicklung bei Microsoft.

Informationen

Entsprechend forderte er seine Untergebenen dazu auf, ihm gezielt Informationen zu besorgen, mit denen man die eigenen KundInnen von einem Linux-Einsatz abhalten könne. Als zentrale Stoßrichtung gab Allchin dabei potentielle Lizenzprobleme rund um Linux vor. Immerhin verwies er allerdings auch darauf, dass er nur an wirklichen Fakten interessiert sei, und nicht an purem Marketingmaterial.

Laufzeit

Eine Materialsuche aus der schließlich die "Get the Facts"-Kampagne resultieren sollte, eine Initiative die man erst Mitte 2007 endgültig zu Grabe trug. (red)

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