Sicher auf zwei Kufen

20. Jänner 2009, 11:33
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Fast 5000 Menschen verletzen sich jährlich beim Schlittschuhlaufen - 15 Prozent betreffen den Kopf

Wien - Eislaufen zählt zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. Doch nicht immer läuft auf dem Eis alles glatt: Etwa 4.500 Österreicher verletzten sich im Jahr 2007 beim Eislaufen in Hallen oder auf natürlichen Gewässern so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Handgelenk und Kopf

Besonders häufig sind Verletzungen nach Stürzen oder Zusammenstössen am Handgelenk, Ellbogen und am Schlüsselbein. 15 Prozent der Verletzungen beim Sport auf zwei Kufen betreffen alleine den Kopf. Die Jüngsten auf dem Eis sind besonders gefährdet, wie die Unfallstatistik zeigt: Jeder zweite ist jünger als 15 Jahre. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) empfiehlt das Tragen eines Helms daher vor allem bei Kindern, alternativ bieten sich Skihelme oder Eishockeyhelme an. Das Tragen von Handschuhen bietet Fingern und Handgelenken einen gewissen Schutz.

Einbruchgefahr auf natürlichen Gewässern

Zugefrorene Seen, Flüsse oder andere Gewässer bergen im Vergleich zu Eislaufhallen und -plätzen mehr Gefahren. Die Eisfläche ist weniger glatt, eingefrorene Äste werden beispielsweise zu Stolperfallen. Dazu kommt die Gefahr, dass das Eis bricht. Vermeiden lassen sich diese, indem man sich nur auf freigegebene Gewässer begibt und Risse und Sprünge im Eis nicht einfach ignoriert. "Auf Natureis sollte man nie alleine Eislaufen, damit im Ernstfall rasch Hilfe geleistet und Retter alarmiert werden können", sagt Dunzendorfer.

Unterkühlungsgefahr

Bei Einbruch ist Eile geboten, denn im eiskalten Wasser ist der Eingebrochene nicht nur rasch unterkühlt, seine Muskeln sind von der Kälte gelähmt. Das Festhalten auf der Eisdecke ist daher schwierig, Selbstrettung meistens nicht möglich.

Gelingt eine schnelle Bergung, so ist entscheidend den Verunglückten vor einer weiteren Auskühlung zu schützen. Silberfolien, Decken oder chemische Wärmepackungen werden dazu verwendet.
(red, derStandard.at, 20.01.09)

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    Kinder sind auf dem Eis besonders gefährdet - Handschuhe und ein Helm schützen

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