Europa soll Kurswechsel gefordert haben

20. Jänner 2009, 11:06
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Arabische Zeitung berichtet über Treffen Olmerts mit europäischen Regierungschefs

Kairo - Die sechs europäischen Staats- und Regierungschefs sollen während ihres Treffens mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert am vergangenen Sonntag eine Kurswechsel der israelischen Politik in Sachen Hamas gefordert haben. Das berichtete die arabische Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" ("Mittlerer Osten") in ihrer Ausgabe vom Dienstag unter Berufung auf einen israelischen Beobachter des Treffens.

Abendessen

Den Angaben zufolge appellierten die europäischen Gäste während eines Abendessens, zu dem auch Verteidigungsminister Ehud Barak, Außenministerin Tzipi Livni und Oppositionsführer Benjamin Netanyahu eingeladen waren, an die Israelis, die radikal-islamische Hamas als Teil einer neu zu bildenden palästinensischen Einheitsregierung zu akzeptieren. Mahmoud Abbas (Abu Mazen) solle weiter Präsident der Palästinenser bleiben, hätten sie gesagt.

An dem Treffen nahmen von europäischer Seite die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister Gordon Brown, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, die Ministerpräsidenten Spaniens und Italiens, José Luis Rodríguez Zapatero und Silvio Berlusconi, sowie der tschechische Regierungschef und amtierende EU-Ratsvorsitzende Mirek Topolanek teil. Vor ihrer Reise nach Israel hatten sie gemeinsam an einem Gaza-Friedensgipfel in Ägypten teilgenommen.

Forderung nach Informationen

Die europäischen Politiker begründeten ihre Forderung nach Informationen der Zeitung damit, dass nach ihrer Überzeugung derzeit weder die Hamas noch die Fatah-Fraktion von Abbas alleine regieren könne. Eine Fortsetzung der Blockadepolitik gegen den momentan alleine von der Hamas kontrollierten Gazastreifen sei kontraproduktiv und führe nur zu noch mehr Extremismus aufseiten der Palästinenser.

Olmert soll nach Angaben der Zeitung auf den Vorstoß der Europäer negativ reagiert haben. Er habe verlangt, die EU-Staaten sollten die Hamas erst dann anerkennen, wenn diese den Staat Israel anerkenne "und dem Terror abschwört". Netanyahu sei wegen des Vorschlags regelrecht wütend geworden und habe erklärt, europäische Staaten, in denen es während der Gaza-Offensive Demonstrationen gegen Israel gegeben habe, sollten sich aus dem Nahost-Konflikt heraushalten. (APA/dpa)

 

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