Office-Paket von Apple schickt Dokumente ins Netz

20. Jänner 2009, 10:43
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Textdokumente, Tabellen, Präsentationen - auf diesen drei Beinen steht auch die neue Version von iWork

Textdokumente, Tabellen, Präsentationen - auf diesen drei Beinen steht das Office-Paket von Apple für die eigenen Mac-Rechner. Nach eineinhalb Jahren legt das kalifornische Unternehmen nun eine neue Version von iWork vor. Die Anwendungen selbst sind in ihren Funktionen erweitert worden, bleiben aber auf die private Alltagsnutzung ausgerichtet. Interessanteste Neuerung ist iWork.com, das die Zusammenarbeit im Internet unterstützt.

Der Server bewahrt es 120 Tage lang auf

"Ihr Dokument wurde auf iWork.com bereitgestellt", meldet das Textbearbeitungsprogramm Pages nach dem Hochladen des Dokuments. Der Server bewahrt es 120 Tage lang auf. Jetzt kann man den Text überall lesen, wo es eine Internet-Verbindung gibt.

Zugriff erhalten auch andere Personen, die mit einer E-Mail davon unterrichtet werden. Auf diese Weise können beliebig viele Personen eingeladen werden.

Diese klicken auf den Link in der Mail oder rufen die angegebene Adresse im Browser auf. Wer unter Windows den Internet Explorer verwendet, sieht einen erhobenen Zeigefinger, im Interesse einer höheren Leistungsgeschwindigkeit doch besser den Apple-Browser Safari oder Firefox zu verwenden. Dann wird das Dokument aber auch vom Microsoft-Browser anstandslos angezeigt. In einer Spalte am rechten Rand der Webseite werden Informationen zum Absender des Dokuments genannt. Darunter gibt es einen Link, um das Dokument herunterzuladen - wahlweise im Pages-Format, als PDF oder als Microsoft-Word-Datei.

Notizen und Kommentare zur Online-Zusammenarbeit

Schließlich stellt die Seitenleiste auch eine Notizfunktion bereit. Hier können die Betrachter des Dokuments Notizen anbringen. Außerdem können einzelne Textstellen oder Zellen einer Tabelle mit einem Kommentar versehen werden. Arbeitsgruppen werden so bei der Online-Zusammenarbeit unterstützt. Eine direkte Möglichkeit, ein Dokument auch online zu bearbeiten, fehlt bislang. Das Angebot befindet sich allerdings noch im Beta-Stadium, ist also noch in Entwicklung.

Verwendet man iWork nicht zur Zusammenarbeit, sondern als persönlichen Speicherplatz im Internet, landen alle Dokumente auf einem Server namens publish.iwork.com. Dort sind sie passwortgeschützt. Zum Einsatz kommt hierbei die persönliche Apple-ID, die auch für andere Internet-Verbindungen zu Apple verwendet wird.

Texte, Tabellen und Präsentationen

Sobald jemand zum Betrachten des Dokuments eingeladen wird, wird dieses auch auf dem Server view.iwork.com gespeichert - dort ist es ist nicht passwortgeschützt. Daher sollte man keine vertraulichen Dokumente hochladen und anderen bereitstellen. Jeder eingeladene Nutzer bekommt eine spezifische URL - damit wird ermöglicht, dass Notizen und Kommentare einem bestimmten Verfasser zugeordnet werden.

Alle drei Anwendungen von iWork 09 haben im Menü "Bereitstellen" einen Eintrag "Über iWork.com bereitstellen", so dass dort Texte, Tabellen und Präsentationen abgelegt werden können. Der für jeden Nutzer vorgesehene Speicherplatz umfasst ein Gigabyte.

"Zauberei" mit Folien für die Präsentation

Ansonsten bietet iWork 09 so manche Verbesserung im Detail. So kann man in Pages Texte jetzt auch im Vollbildmodus schreiben, also ohne störende Fensterrahmen und Menüleisten. Das hat Apple von Textprogrammen übernommen, die wie die Mac-Software Scrivener ein angenehmes Umfeld fürs kreative Schreiben schaffen wollen. Die Zahl der verfügbaren Vorlagen wurde um 40 auf mehr als 180 erhöht. Ein vereinfachter Umgang mit Bildern in Textdokumenten macht Pages zu einem intuitiv zu verwendenden Layout-Programm. Für Serienbriefe können nicht nur Adressen aus dem Mac-Adressbuch, sondern auch Daten aus einer beliebigen, mit Numbers erstellten Tabelle übernommen werden.

Die Tabellenkalkulation gibt es erst seit der Vorgängerversion iWork 08. Hinzugekommen sind jetzt 90 weitere Funktionen, so dass Numbers nun mehr als 250 verschiedene Berechnungsweisen beherrscht. Eine Übersicht gibt zu jeder Funktion Erläuterungen und Beispiele an. Bei der grafischen Illustration von Daten gibt es neue Diagramm-Optionen.

"Tweening"

Bei der Präsentationssoftware Keynote kommen die Multimedia-Stärken von Apple zum Tragen. Die neue Version bietet zusätzliche Animationen wie die "Zauberei". Was in der englischen Version etwas weniger altbacken "Magic Move" heißt, erinnert an das "Tweening" der Flash-Technik: Ein auf zwei Folien platziertes Objekt wird in Bewegung versetzt und stufenlos verschoben. Auch mit Texten kann Keynote zaubern - bei der Präsentation der Software zeigte Marketing-Chef Phil Schiller, wie aus "Bush" das Wort "Obama" geformt wird.

Das Office-Paket von Apple bemüht sich um eine enge Integration sowohl der drei Anwendungen untereinander als auch mit anderen Anwendungen des Betriebssystems MacOS X. Bei der Einbindung eines Diagramms aus Numbers in Pages oder in Keynote wird ein Link zu den Originaldaten erstellt und als Balkensymbol angezeigt. Der Nutzer kann dann bei einer Änderung der Originaldaten in Numbers entscheiden, ob das Diagramm in der anderen Anwendung aktualisiert werden soll oder nicht.

Eigenwilliger Umgang mit Formaten

Bei den Dateiformaten geht Apple seinen eigenen Weg. Dieser besteht darin, eine XML-Datei zusammen mit anderen Daten in einem Ordner zu komprimieren. Mit den Dateiformaten von Pages, Numbers und Keynote kann aber nur iWork selbst etwas anfangen - und auch das nicht immer: Weil das Format gegenüber iWork 08 geändert wurde, kann die ältere Version die mit iWork 09 gespeicherten Dokumente nicht öffnen.

ODF wird völlig ignoriert

Völlig ignoriert wird von Apple weiterhin das Open Document Format (ODF), wie es von OpenOffice verwendet wird. Die OOXML-Dokumente von Microsoft Office - etwa Texte mit der Endung docx - kann iWork öffnen. In der Gegenrichtung verwendet iWork aber einen Exportfilter für das veraltete Office-Format und speichert beispielsweise Texte auf Wunsch im doc-Format ab.

Warum dann nicht gleich das Microsoft-Programm Office for Mac oder die Opensource-Alternative OpenOffice verwenden? Ein Vorteil ist sicherlich die enge Integration von iWork mit mit dem Betriebssystem. Beim Preis nimmt die Apple-Software eine Zwischenstellung ein: iWork '09 kostet 79 Euro. Im Internet ist eine kostenlose Version für einen 30-Tage-Test verfügbar. (APA/AP)

 

 

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