Was Galileis Augen mit den "seitlichen Ohren" des Saturn zu tun haben

19. Jänner 2009, 19:36
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Der große Astronom steht vor der Exhumierung: Italienische Forscher fahnden nach Anzeichen für eine Augenkrankheit

Rom - Es ist zwar sein Jubiläumsjahr (vor genau 400 Jahren nutzte Galileo Galilei erstmals sein Fernrohr für astronomische Forschungen) - doch in Frieden ruhen wird er deswegen nicht: Eine Gruppe von italienischen Wissenschaftern will den in der Basilika Santa Croce in Florenz beigesetzten Leichnam des berühmten Astronomen exhumieren und eine DNA-Probe entnehmen. Es solle herausgefunden werden, wie eine Augenkrankheit, unter der Galilei litt, seine Forschungsergebnisse beeinträchtigte, sagte der Leiter des Instituts für die Geschichte der Wissenschaften in Florenz, Paolo Galluzzi, am Montag. Galilei habe Sehprobleme gehabt und sei im Laufe seines Lebens blind geworden.

"Wenn es uns gelingt mit der DNA herauszufinden, wie diese Krankheit seinen Blick gestört hat, kann das zu wichtigen Erkenntnissen über die Geschichte der Wissenschaft führen", fuhr Galluzzi fort. So könnten einige Fehler Galileis erklärt werden, zum Beispiel warum er den Saturn als einen Planenten mit "seitlichen Ohren" und nicht mit Ringen beschrieben habe.

Für seine Untersuchungen hat das Team aus Historikern, Astronomen und Psychologen bereits einen exakten Nachbau des Teleskops von Galilei angefertigt. Nun wollen sie noch seine Sicht rekonstruieren. Augenärzte gingen davon aus, dass es sich bei den Symptomen, die Galilei in seinen Aufzeichnungen schilderte, um eine genetische Krankheit handelt, sagte Galluzzi. "Dies lässt sich mit Hilfe der DNA beweisen."  (APA/red)

 

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