Registrierte Partnerschaften nehmen ab

19. Jänner 2009, 19:34
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Zwei Jahre nach Einführung des Bundesgesetzes - NGO: "Eintragung kann auch Probleme schaffen"

Bern/Wien - Immer weniger gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz lassen ihre Partnerschaft registrieren. Zwei Jahre nach Einführung des entsprechenden Gesetzes auf Bundesebene haben die Zahlen laut Bundesamt für Statistik markant abgenommen, in Basel etwa um bis zu 70 Prozent.

Das Statistikamt wird die Zahlen zu den eingetragenen Partnerschaften in der Schweiz Ende Februar publizieren. Einige Kantone haben jedoch bereits Zahlen veröffentlicht. Diese zeigen eine deutliche Tendenz: So ließen im Kanton Zürich 2008 lediglich noch 68 weibliche und 214 männliche, also insgesamt 282 Paare, ihre Partnerschaft registrieren. Im Vorjahr, nachdem die eingetragene Partnerschaft auf Bundesebene eingeführt worden war, waren es gut 60 Prozent mehr, nämlich 702 Paare.

Nicht erstaunt über diese Tendenz

Auch auf die gesamte Schweiz umgelegt zeigt sich die gleiche Tendenz, wie ein Blick auf die Internetseite des Bundesamts für Statistik zeigt. Laut den dort veröffentlichten provisorischen Zahlen haben sich bis Ende Oktober insgesamt 815 Paare registrieren lassen, 578 männliche und 237 weibliche. Im Jahr 2007 betrug die Anzahl registrierter Partnerschaften 2004.

Ein Sprecher der Schwulenorganisation "Pink Cross" zeigte sich auf Anfrage der Schweizer Nachrichtenagentur SDA nicht erstaunt über diese Tendenz. Die große Anzahl Registrierungen 2007 erklärt er sich damit, dass es damals "viele Paare gab, die darauf gewartet haben, sich registrieren zu lassen und dies dann auch sofort taten". Für ein genaues Bild müssten die Zahlen von 2008 mit jenen von 2009 verglichen werden.

Außerdem bringe eine registrierte Partnerschaft nicht nur Vorteile, sagte der Pink-Cross-Sprecher. "Dieser Eintrag etwa in persönlichen Dokumenten wie dem Pass kann auch Probleme schaffen." Als Beispiel nannte er die Einreise in ein Land, wo Homosexualität verboten ist.

In Österreich

Ehe oder eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle wurden in den vergangenen Jahren auch in zahlreichen EU-Staaten eingeführt. In Österreich arbeitete das SP-geführte Justizministerium des Kabinetts Gusenbauer einen Entwurf für ein "Lebenspartnerschaftsgesetz" - die ÖVP rang aber mit der Frage, ob die Eintragung beim Standesamt erfolgen sollte. Während die Grünen für die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit heterosexuellen eintreten, lehnt die FPÖ dies ab. Das BZÖ kann sich eingetragene Partnerschaften für Schwule und Lesben vorstellen, hat es damit aber nicht eilig und will keine Gleichstellung mit der Ehe. (APA/sda)

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