Die Helmpflicht breitet sich aus

19. Jänner 2009, 18:58
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Mit Salzburg bringt erstmals ein "Ski-Bundesland" das Thema aufs Tapet

Salzburg/Innsbruck/Linz/Wien - Die Skihelmpflicht für Kinder und Jugendliche auf Österreichs Pisten wird konkreter. Am Montag äußerte sich mit Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP) die Chefin eines "Skifahr-Bundeslandes" zum Thema. Sie möchte ein entsprechendes Gesetz für Kinder unter 14 am Donnerstag bei der Landeshauptleutekonferenz auf die Tagesordnung setzen. Burgstaller spricht sich gegen Alleingänge einzelner Länder aus: "Auf Grund der vielen grenzübergreifenden Skigebiete scheint es sinnvoll, bundesweit einheitlich zu einer entsprechenden Regelung zu finden."

Anderswo sieht man das anders. Am Donnerstag wird im niederösterreichischen Landtag eine Helmpflicht bis zum vollendeten 15. Lebensjahr beschlossen - spätestens ab den Osterferien sind dann Erziehungsberechtigte oder Begleitpersonen dafür verantwortlich, dass der Kopf geschützt wird. Strafen wird die Schutzlosigkeit vorerst aber keine bringen - man werde auf Bewusstseinsbildung setzen, erklärte der niederösterreichische VP-Klubobmann Klaus Schneeberger. Die Regelung ist bis 2012 befristet, dann wird die Wirksamkeit geprüft.

Auch in Oberösterreich machen die Politiker ernst. Am 29. Jänner wird im dortigen Landesparlament die Helmpflicht für Unter-14-Jährige beschlossen. In ein Sportgeschäft muss deshalb dennoch kein Vater oder keine Mutter laufen - erst ab 1. November, also in der kommenden Wintersaison, tritt das Gesetz in Kraft. Sanktionen gibt es übrigens ebenso wenig wie in Niederösterreich, erklärt die Sprecherin von Landeshauptmann Josef Pühringer (VP).

"Gute Gelegenheit"

In Tirol reagiert man vorsichtig positiv auf den Burgstaller-Vorstoß nach der bundesweiten Regelung. "Wir wollen uns da nicht grundsätzlich querlegen, es ist sicher eine gute Gelegenheit die Sache einmal im größeren Rahmen zu diskutieren", sagt Jürgen Micheler, Pressesprecher von Landeshauptmann Günther Platter, zum Standard. "Im Land gehen wir allerdings eher in Richtung Eigenverantwortung." Auch, weil die Frage der Exekution völlig unklar ist. Denn die Seilbahnbetreiber würden sich kaum dazu bereit erklären.

Abseits klassischer Skigebiete verletzten sich am Sonntagnachmittag zwei Twens beim Wintersport schwer: Sie verunglückten in Wien-Ottakring. In der Johan-Staud-Gasse waren eine 23- und eine 27-Jährige mit einem aufblasbaren Reifen talwärts unterwegs, als sie von dem Fußweg abkamen und gegen einen Baum prallten. Die Folgen: Die Jüngere erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen, die Kollegin ein Schädel-Hirn-Trauma und Knochenbrüche.

Unfall mit geschütztem Kopf

Einen 52-jährigen deutschen Urlauber hat sein Helm auf einer Piste in Leogang (Bez. Zell am See) wahrscheinlich vor einer schwereren Verletzung bewahrt. Der Mann machte vor einem 15 Jahre alten deutschen Schüler einen Linksschwung der Teenager rutschte auf einer Eisplatte aus, die beiden kollidierten und kamen zu Sturz. Dabei prallte der Ältere auf den Boden und erlitt eine Gehirnerschütterung. (moe, neu/DER STANDARD-Printausgabe, 20.1.2009)

 

 

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