"Das Richtige tun, wenn die Zeiten hart sind"

20. Jänner 2009, 09:06
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Obama ruft USA zur Geschlossenheit auf - Experte Rogoff: Aufschwung in fünf Jahren

Washington - Bei seiner Angelobung zum US-Präsidenten will Barack Obama die Amerikaner auf schwierige Zeiten einschwören. "Seine Rede wird eine Momentaufnahme sein und den Geist beschreiben, der nötig ist, um stärker und geschlossener als je zuvor aus der Krise herauszukommen", sagte ein Sprecher Obamas vor dessen Inauguration am Dienstag in Washington. Der designierte Präsident erklärte beim offiziellen Auftakt der Feierlichkeiten am Sonntagabend: "Der wahre Charakter unserer Nation zeigt sich nicht in einfachen Zeiten, sondern darin, dass wir das Richtige tun, wenn die Zeiten hart sind."

In der Tat erwarten Wirtschaftsexperten wie der renommierte Harvard-Professor Kenneth Rogoff im Standard-Interview einen steinigen Weg aus der Krise: "Die US-Wirtschaft hat jetzt einige gebrochene Knochen." Der Finanzsektor als Wirtschaftstreiber sei verlorengegangen, die Erholung werde fünf bis sieben Jahre in Anspruch nehmen. Konjunkturstimuluspaketen steht Rogoff skeptisch gegenüber - "aber die Unsicherheit ist so groß, dass ich diese Programme trotzdem unterstütze. Es ist der falsche Zeitpunkt, sich zur Wehr zu setzen." Obama plant ein Hilfspaket im Ausmaß von insgesamt einer Billiarde Dollar.

Tiefe Rezession in Europa

Auch Europa bleibt nicht verschont: Die weltweite Finanzkrise werde die Volkswirtschaften der EU 2009 in eine tiefere Rezession als bisher angenommen stürzen, pro-gnostizierte die EU-Kommission in einer am Montag veröffentlichten Vorschau. 18 der 27 EU-Staaten würden bei der Wirtschaftsleistung negativ sein. EU-weit betrage demnach die Wirtschaftsschrumpfung 1,8 Prozent. Für Österreich wird ein Minus von 1,2 Prozent prognostiziert. Die Maastricht-Schwelle der Neuverschuldung (drei Prozent des BIP) werde auf breiter Front überschritten.

Im Sog der Royal-Bank-of-Scotland-Verluste stürzten am Montag die Bankaktienkurse an der Wiener Börse ab. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2009)

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