Obamas engste Freunde: Sein Ring der Sicherheit

19. Jänner 2009, 17:26
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In Hyde Park, einer guten Wohngegend in Chicago, fanden die Obamas einen Freundeskreis ähnlich Gesinnter - Der Präsident und seine Frau wollen ihn nicht verlieren

Chicago/Washington/Wien - Als "Obamas rechte Hand" bezeichnete der TV-Sender CBS die 52-jährige Valerie Jarrett. Dem Magazin Time gilt sie als "First Friend" des neuen amerikanischen Präsidentenpaares. Ihre Freundschaft mit den Obamas begann schon vor 17 Jahren, als sich diese nach dem Jusstudium in Harvard in Chicago niederließen.

Die Politikberaterin Jarrett arbeitete damals im Stab des Langzeit-Bürgermeisters Richard J. Daley, als sich Michelle Obama bei ihr mit Erfolg um einen Job bewarb. Jarrett machte die Obamas in Hyde Park bekannt, einer bei wirtschaftlich und intellektuell erfolgreichen Afroamerikanern beliebten Wohngegend von Chicago. Sie stand mit kühlem Kopf Barack Obama während seiner politischen Laufbahn als demokratischer Senator und Präsidentschaftsbewerber zur Seite. Nun kommt sie als wichtigste persönliche Beraterin mit ins Weiße Haus nach Washington.

Zwei weitere enge Freunde wollen nur gelegentlich auf Besuch in die US-Hauptstadt kommen, um den hochfliegenden Obamas Erdung in der Realität zu verschaffen, sonst aber in Chicago bleiben: der Arzt Eric Whitaker (43) und der Parkgaragen-Betreiber Martin Nesbitt (42). Whitaker, Sohn eines Busfahrers, konzentrierte sich nach der Medizinausbildung in Harvard auf das öffentliche Gesundheitswesen. Studieren konnte er, wie Obama, nur dank Stipendien. Beim gemeinsamen Basketballspiel freundete er sich mit dem fünf Jahre älteren Obama an. Später, in Chicago, kümmerte sich Whitaker um die Gesundheitsversorgung nicht versicherter Schwarzer. Eine Reform des US-Gesundheitswesen steht nun auf der Prioritätenliste Präsident Obamas weit oben.
Der Vater des Selfmade-Unternehmers Nesbitt war Stahlarbeiter, die Mutter (wie auch jene Whitakers) Krankenschwester. Nesbitt fördert nun private Schulen, die Kindern aus armen Familien Wirtschaftswissen beibringen. Er kümmerte sich um Obamas Wahlkampffinanzen und war mit Frau und Kindern auch bei dessen letztem Hawaii-Urlaub vor der Angelobung dabei.

Beraterin im Iran geboren

Die interessanteste Lebensgeschichte hat Valerie Jarrett. Sie wurde 1956 im iranischen Schiraz geboren, wo ihr Vater einige Jahre als Arzt arbeitete, weil er in Chicago weniger als ein Weißer verdient hätte. Farsi und Englisch mit britischem Akzent sprechend, kam Valerie in die USA, studierte Jus und machte Karrierre, Leistungswillen mit Härte und Freundlichkeit kombinierend. Wer Obama in die Quere komme, so hieß es in der New York Times, "den schickt sie zum Teufel, aber auf eine Weise, dass er sich auf die Reise freut". (Erhard Stackl, DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2009)

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    Holen Obama notfalls auf den Boden der Realität zurück: die Freunde Eric Whitaker, ...

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    Valerie Jarrett und ...

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    Martin Nesbitt (li.).

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