Auslandsinvestitionen in Österreich brechen ein

19. Jänner 2009, 15:34
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2008 Rückgang um 60 Prozent

Wien/Genf  - Die weltweiten Auslandsinvestitionen sind 2008 um 21 Prozent auf 1.450 Mrd. US-Dollar (1.100 Mrd. Euro) abgesackt und werden 2009 wahrscheinlich weiter fallen. Zu diesem Ergebnis kommt die UN-Entwicklungsorganisation (UNCTAD) in ihrer ersten Schätzung für die Entwicklung der globalen Direktinvestitionen (FDI) für 2008. Österreich ist mit einem Minus von 57,9 Prozent von 30,7 auf 12,9 Mrd. Dollar demnach besonders stark betroffen.

Angesichts der globalen Finanzkrise, strengerer Kreditbedingungen, fallender Unternehmensgewinne sowie düsterer Aussichten und Unsicherheiten für das Weltwirtschaftswachstum planen viele Unternehmen, ihre Produktion zu kürzen, Mitarbeiter abzubauen und ihre Ausgaben zu drosseln. All diese Faktoren deuteten auf eine Reduzierung der Auslandsinvestitionen hin, schreibt die UNCTAD in ihrer Analyse.

Die Auswirkungen der Krise seien je nach Region und Land sehr unterschiedlich und haben infolge dessen auch unterschiedliche Konsequenzen auf die geografische Verteilung der Direktinvestitionen.

Indirekte Folgen in Entwicklungsländern

Die aktuelle Situation ist laut Experten vollkommen anders gelagert als die letzte Finanzkrise, die im Entwicklungsland China im Jahr 1997 ihren Ursprung hatte und dramatische Auswirkungen auf die weltweiten Direktinvestitionen hatte. Im Gegensatz dazu nahm die aktuelle Krise ihren Anfang in der industrialisierten Welt, wenngleich sie sich rasch auf die Entwicklungs- und Schwellenländer ausbreitete. Während Industrieländer bereits direkte Auswirkungen spüren, so gab es in den Entwicklungsländern bisher nur indirekte Folgen.

Konkret sind die ausländischen Direktinvestitionen in den Industrieländern 2008 nach vorläufigen Daten im Vergleich zu 2007 um 32,7 Prozent von 1.250 auf 840 Mrd. Dollar eingebrochen. In Finnland, Deutschland, Ungarn, Italien und Großbritannien sind die Auslandsinvestitionen im Vorjahr sogar unter das Niveau von 2006 gesunken. Die Entwicklungsländer konnten noch einen - massiv gebremsten - Zuwachs von 3,6 Prozent von 500 auf 520 Mrd. Dollar verbuchen, nach einem Plus von 20 Prozent im Jahr davor. Die Folgen der weltweiten Finanzkrise seien dort aber noch nicht zur Gänze spürbar, hieß es.

Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise könnte sich aber als große Chance erweisen, neuen Schwung in die weltweiten Auslandsinvestitionen zu bringen - jedoch nur, wenn die Politik den Forderungen nach mehr Protektionismus nicht nachkomme. (APA)

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