Hahn findet Entwicklung bedauerlich

19. Jänner 2009, 15:22
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Minister hofft auf nachhaltige Wirkung ihrer Verdienste - Senat: Bruner immer "fair behandelt" - VSStÖ: "Großer Rückschritt für Frauen in der Wissenschaft"

Wien - Wissenschaftsminister Johannes Hahn findet die Entwicklung an der Universität für Bodenkultur (Boku) und ihre Rektorin Ingela Bruner "bedauerlich". Inhaltlich wollte der Minister keine Stellungnahme zu den Vorgängen abgeben, weil dies in die Autonomie der Uni falle. Er hoffe allerdings, dass "die Verdienste Bruners, die 'gläsernen Decken' für Frauen im Hochschulbereich durchstoßen zu haben, nachhaltige Wirkung haben", sagte Hahn gegenüber der APA.

Senat sieht keinen Konflikt

Der Senatsvorsitzende der Boku, Gerd Sammer, betonte gegenüber der APA, dass es "nicht um einen Konflikt zwischen dem Senatsvorsitzenden und der Rektorin geht, sondern darum die Zukunft der Boku auf Schienen zu stellen, die in eine positive Zukunft führen". Alle Dinge seien "sehr überlegt" durchgeführt worden, es habe bei Abstimmungen im Senat immer Einstimmigkeit bzw. große Mehrheit geherrscht. Bruner sei vom Senat "fair behandelt" worden, von anonymen Schreiben distanziere sich das Gremium, sagte Sammer, der für Montag Nachmittag eine Stellungnahme des Senats ankündigte.

Der SPÖ-nahe Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) nennt Bruners Rücktritt "gerade für Studierende bedauerlich". Schließlich sei sie die einzige Rektorin gewesen, die "sich öffentlich gegen Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren ausgesprochen hat". Dass Bruner als erste Frau an der Spitze einer österreichischen Universität "nach nicht einmal einem Jahr offenbar gezwungen wurde ihr Amt zurückzulegen, ist ein großer Rückschritt für Frauen in der Wissenschaft", so die VSStÖ-Bundesvorsitzende Maria Maltschnig. (APA)

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