"Abfahrt noch nie so gut!"

19. Jänner 2009, 14:25
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Peter Obernauer gerät ins Schwärmen und spricht von der "besten Streif seit 30 Jahren" - Kritik an Organisation wurde ernst genommen

Kitzbühel - So gut wie seit 30 Jahren nicht! Rennleiter Peter Obernauer kommt am Beginn des 69. Hahnenkamm-Rennens so richtig ins Schwärmen, spricht man ihn auf den diesjährigen Zustand der Streif-Abfahrtspiste an, auf der am Freitag beim berühmt-berüchtigsten Skirennen der Welt der Super-G und am Samstag die Abfahrt gefahren wird. "30 Jahre bin ich dabei, so gut war die Streif noch nie. Schöner könnte man es sich nicht wünschen", meinte Obernauer.

Die Begeisterung kommt nicht zufällig, hatte Kitzbühel im Vorjahr doch viel Kritik einstecken müssen. Im Wettrüsten mit anderen Abfahrts-Klassikern wie Bormio oder Wengen habe man die ohnehin schon so schwierige Streif damals viel zu "giftig" präpariert, hatten sich die Asse rund um Bode Miller und Hermann Maier unisono beklagt. Trauriger Höhepunkt war der schwere Sturz von Scott Macartney beim Zielsprung gewesen, nach dem der US-Amerikaner ins künstliche Koma versetzt hatte werden müssen.

Reaktion auf Kritik

In Kitz hat man auf die Kritik reagiert, auch dank des seit Wochen perfekten Winterwetters, war bisher eine perfekte Präparation möglich. Im Gegenteil zum Vorjahr, als die Strecke extrem ruppig und unruhig war, wird diesmal ein perfekter Teppich zur Verfügung gestellt.

Auch punkto Zielsprung hat man reagiert. Dieser ist nun wieder deutlich als Sprung gekennzeichnet, hat zudem eine gekennzeichnete Kante mit einem Richtungstor darauf. "Wir konnten zwar im Vorjahr nichts dafür, aber nun ist alles so, wie es Trainer und Läufer wünschten. Die Läufer sehen nun exakt, wo sie abheben werden", erklärte Obernauer. Einige ÖSV-Herren wie Klaus Kröll haben diesen Sprung vergangene Woche bereits getestet.

Macartney wird in Ruhe gelassen

Macartney hatte man im Sommer auf eine einwöchigen Urlaub während des Kitzbüheler Tennisturniers eingeladen. Obernauer: "Er hat sich bedankt, hatte aber keine Zeit." Jetzt wollen die Kitzbüheler den US-Fahrer mit den Ereignissen nicht mehr konfrontieren. "Er soll damit fertig werden können, wir lassen ihn einfach in Ruhe", so Obernauer.

Selbst ein Vorläufer-Casting hatte man im Dezember erstmals durchgeführt, um ausreichend Vorfahrer für die Abfahrt zu finden. Die größte Veränderung betrifft 2009 aber den Slalom. Man ist nach viel Kritik vonseiten der Läufer und Fans nach zwei Jahren wieder auf den klassischen Ganslernhang zurückgekehrt, hat dort ein riesiges, kesselartiges Naturstadion errichtet.

Vierersessellift endlich da

"Das hat uns eine ordentliche Stange Geld gekostet", so Obernauer. Zudem wird der höhergelegte Start nun direkt mit dem neuen Vierersessellift erreicht, von dessen Errichtung sogar die ganze Zukunft der Hahnenkamm-Rennen abhängig gemacht worden war.

"Jetzt sind die Läufer in zwei Minuten wieder am Start. Aber der Lift ist auch wichtig für unser Testzentrum und für den Versehrtenskilauf, denn auch dafür ist die komplette Infrastruktur mitgebaut worden", so Obernauer. Die körperbehinderten Rennläufer hatten den neuen Ganslern ebenso getestet wie Manfred Pranger. Reinfried Herbst und Co. "Und gleich darauf haben sie in Wengen einen Doppelsieg gefeiert. Wir wünschen uns wirklich, dass das kommenden Sonntag auch so wird", meinte Obernauer schelmisch.

Bald Kombi statt SuperG?

Obwohl auch dieses Jahr an die 80.000 Zuschauer beim größten Alpinski-Spektakel der Welt erwartet werden, denkt man in Kitzbühel schon an die 70. Jubiläums-Auflage im Jahr 2010. Dann soll es auch wieder ein Junioren- sowie ein Behinderten- und Legendenrennen mit allen lebenden Hahnenkamm-Siegern geben. Dass vonseiten der FIS auch künftig am Freitag statt dem Super-G eine Super-Kombination in Kitzbühel angedacht ist, weiß man schon seit längerem. "Wenn, dann wird es diese aber frühestens 2011 geben", so Obernauer.

Die reale Zukunft ist aber jetzt und damit das 69. Hahnenkamm-Rennen. Organisatorisch hat man alles im Griff, bleibt nur - wie immer - das Wetter als Gefahrenzone. "Ich fürchte, es kommt eine ganz schwere Woche auf mich zu", meinte Obernauer.(APA)

 

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    Keine Frage, es wird wieder ein Spektakel geben.

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