Erweiterte Realität am Handy: Neues Doppler-Labor an TU Graz

19. Jänner 2009, 11:41
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Grazer Forscher machen Mobiltelefon zu "aktiven Assistenten" - CD-Labor "Handheld Augmented Reality" startet an der TU Graz

 Mit den Möglichkeiten der "erweiterten Realität" (augmented reality, AR), die reale und virtuelle Objekte in einem einzigen Live-Videobild kombiniert, beschäftigt sich ein neues Christian Doppler-Labor an der Technischen Universität Graz. Das Labor für "Handheld Augmented Reality" will AR-Anwendungen für das Mobiltelefon nutzbar machen und wird am 20. Jänner offiziell eröffnet.

Echtzeit

AR-Systeme können reale, durch eine Videokamera bereitgestellte Szenen in Echtzeit mit zusätzlicher Computergrafik ergänzen und so zusätzliche Informationen bieten. Das kann bei der Bedienung von Maschinen und technischen Anlagen, aber auch im Unterhaltungs- und Freizeitbereich von Nutzen sein. Beispielsweise kann bei der Wartung einer Maschine ein Techniker dadurch unterstützt werden, dass die einzelnen Arbeitsschritte in visueller und intuitiv verständlicher Form direkt in Überlagerung mit der realen Maschine präsentiert werden.

Ein Besucher einer archäologischen Grabungsstätte kann wiederum auf das Gelände blicken, während das AR-System die modellierten 3D-Modelle der Gebäude in ihrer historischen Rekonstruktion präsentiert. Und wer etwa vor einem Gebäude steht, der kann sich über ein Display zugleich einen dreidimensionalen Plan des Inneren samt weiteren Informationen zum gewünschten Objekt anzeigen lassen - und das künftig einfach mit dem Handy.

3D-Brille und ein Rucksack mit Laptop

"Unhandliche, teure Geräte, die nur von Experten zu bedienen waren, haben AR bisher am Durchbruch gehindert. Eine 3D-Brille und ein Rucksack mit Laptop wie bisher notwendig, sind für einen breiten Einsatz einfach nicht praktikabel", schilderte Laborleiter Dieter Schmalstieg vom Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz. "Ein modernes Handy eignet sich ideal als aktiver Assistent für alle Lebenslagen", so der Grazer Forscher. Darin liege der klare Vorteil gegenüber früheren Versuchen, "augmented reality" (AR) für praktische Anwendungen zu etablieren.

Schmalstiegs Mitarbeiter Daniel Wagner setzte in seiner Dissertation erstmals Mobiltelefone ein, um AR-Anwendungen zu testen: "Aufgrund fehlender Geräte orientierten sich Aktivitäten im Bereich AR bisher stark an der Grundlagenforschung. Im neuen CD-Labor sollen Anwendungen für die Praxis im täglichen Leben entwickelt werden", sagt der stellvertretende Laborleiter. Beispiele für solche Anwendungen reichen von virtuellen Stadtführern bis hin zum Marketing: Das Handy erkennt das Produkt, der Kunde kann auf Wunsch zusätzliche Informationen abfragen. Unternehmenspartner des auf sieben Jahre angelegten CD Labors ist das Wiener Unternehmen Imagination Computer Services GmbH. (APA)

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