Wincor-Nixdorf-Chef: Erkennen erste Eintrübungen - Keine Kurzarbeit

19. Jänner 2009, 11:00
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Höherer Auftragseingang - Weniger Auslastung bei Geldautomaten- und Kassensystemhersteller - Starkes Geschäft mit Banken - Aktie nach guten Quartalszahlen an MDax-Spitze

Der börsenotierte deutsche Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf sieht nach einem starken Jahresauftakt erste Eintrübungen in der Geschäftsentwicklung. "Einige Banken strecken ihre Aufträge, in einigen Schwellenländern wird das Volumen der Bestellungen kleiner", sagte Vorstandschef Eckhard Heidloff am Montag der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Oft gebe es Zwei- bis Dreijahresverträge. Die Banken könnten selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt sie Bestellungen abrufen.

"Das ist ein sehr stabiles Geschäft. Da können wir ernten, was wir die letzten Jahre gesät haben."

Vor allem im Ersatzgeschäft seien sowohl bei den Banken als auch im Handel Verschiebungen möglich: "Einen Automaten kann man nach acht Jahren austauschen, aber auch nach neun Jahren." Wincor profitiere dagegen aktuell vor allem vom Service-Geschäft, zudem habe der Konzern in den letzten Jahren viel Outsourcing-Geschäft gewonnen. "Das ist ein sehr stabiles Geschäft. Da können wir ernten, was wir die letzten Jahre gesät haben." Gute Geschäfte mache Wincor Nixdorf derzeit in Asien, aber auch in Amerika. "Dort sind wir von einem sehr schwachen Niveau gestartet, daher trifft uns die Krise da nicht so sehr."

Die Auftragseingänge seien derzeit trotz der Krise höher als im Vorjahr. Allerdings sei dieser Wert nicht so aussagekräftig, da es Risiken gebe wie Verschiebungen oder Probleme bei der Finanzierung. "Wir leben davon, dass wir erkennen, wie die Fabrikauslastung ist", betonte Heidloff. Diese liege derzeit unter dem Niveau des Vorjahres.

Ein starkes Geschäft mit Banken hat dem weltweit zweitgrößten Geldautomaten- und Kassensystemhersteller mitten in der Finanzkrise zu einem guten ersten Quartal 2008/2009 verholfen. In den drei Monaten bis Ende Dezember verbesserte sich der Umsatz um sieben Prozent auf 646 Mio. Euro. Der operative Gewinn (EBITA) kletterte um acht Prozent auf 56 Millionen, der Überschuss lag mit 35 Mio. Euro um neun Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr zeigte sich der Konzern am Montag in Paderborn aber weiter vorsichtig und rechnet mit einem Geschäft auf Vorjahresniveau.

Die unerwartet guten Quartalszahlen verhalfen den Aktien von Wincor Nixdorf am Montag an die Spitze des MDax. Am Vormittag notierte die Aktie acht Prozent höher bei 36,29 Euro. (APA/dpa)

 

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