Vierter Vogelgrippe-Fall: Experte warnt vor "Epidemie"

20. Jänner 2009, 09:15
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"Vorbeugung und Überwachung verstärken"

Zum vierten Mal in nur zwei Wochen ist in China die Erkrankung eines Menschen durch die Vogelgrippe berichtet worden. Ein hoher Virus-Experte der nationalen Gesundheitsbehörde warnte zugleich vor einer "Epidemie". Es müsse mit noch mehr Infektionen von Menschen mit dem H5N1-Virus gerechnet werden, sagte der für Virusbekämpfung zuständige Vizedirektor Shu Yuelong laut Nachrichtenagentur Xinhua vom Dienstag.

Der neue Fall wurde aus der Provinz Hunan gemeldet, wo ein 16-jähriger Schüler an dem Virus erkrankt und am Freitag in ein Krankenhaus in Huaihua gebracht worden war. Sein Zustand wurde als kritisch beschrieben. Er habe Kontakt mit Geflügel gehabt, wurde berichtet, ohne dass Details bekanntwurden.

Zuvor waren bereits zwei Frauen in Peking und in Jinan in der Provinz Shandong an dem Virus gestorben. Ein erkranktes zweijähriges Mädchen liegt in Taiyuan in der Provinz Shanxi im Krankenhaus. Sein Zustand ist weiter ernst.

Virus besonders im Winter und Frühling aktiv

Da das Virus wegen der niedrigen Temperaturen erfahrungsgemäß besonders im Winter und Frühjahr aktiv ist, warnte der Gesundheitsexperte Shu Yuelong vor einer Ausbreitung in den kommenden Wochen. "Die Lage erfordert, dass wir die Vorbeugung und Überwachung der Epidemie verstärken, um eine Früherkennung und Diagnose sicherstellen zu können, wenn neue Fälle entdeckt werden." Er rief die Bevölkerung auf, den Kontakt mit Geflügel zu meiden und sich vor allem von toten oder erkrankten Tieren fernzuhalten.

Experten befürchten, dass das Virus so mutiert, dass es nicht nur durch Geflügel, sondern auch zwischen Menschen übertragen wird, was eine weltweite Pandemie auslösen könnte. Seit dem Wiederauftreten der Vogelgrippe 2003 hat es bisher weltweit rund 400 bestätigte Infektionen von Menschen gegeben, etwa 250 Patienten starben. China meldete 34 Erkrankungen und 22 Tote. (APA/dpa)

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