London schnürt neues Banken-Paket

19. Jänner 2009, 09:40
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Finanzminister Darling will mit 50 Milliarden Pfund schwerem Programm das Kreditgeschäft wieder zum Laufen bringen

London - Im Kampf gegen die Finanzkrise hat die britische Regierung wie erwartet ein zweites Rettungspaket für die Bankenbranche geschnürt. Mit dem Programm will der Staat den Finanzinstituten die Möglichkeit geben, sich gegen Verluste abzusichern, wie das Finanzministerium am Montag vor Börsenbeginn mitteilte. Außerdem sollten die Institute Garantien für faule Kredite bekommen.

Der britischen Notenbank (Bank of England) stünden für den Aufkauf von Vermögenswerten aus dem privaten Sektor zunächst 50 Mrd. Pfund (56,2 Mrd. Euro) zur Verfügung. Das Hilfspaket soll Blockaden am Kreditmarkt beseitigen sowie Privathaushalten und Unternehmen den Zugang zu Darlehen wieder erleichtern. Zudem erhöht die Regierung ihren Anteil an der Royal Bank of Scotland, an der sie bereits 58 Prozent hält. Im Oktober hatte die Regierung in London den britischen Banken bereits mit 37 Mrd. Pfund unter die Arme gegriffen.

"Sicherheitsnetz"

Unter anderem wolle der Staat die kriselnden Banken gegen die Risiken ihrer faulen Kredite versichern, teilte Finanzminister Alistair Darling am Montag in London mit. Die staatliche Versicherung, für die die Banken eine Gebühr bezahlen müssen, soll den Banken als Sicherheitsnetz dienen und das blockierte Kreditgeschäft wieder ankurbeln.

Das Volumen "toxischer Kredite" in den Büchern der britischen Banken wird auf 200 Mrd. Pfund geschätzt. Diese Lasten gelten als Grund dafür, dass die Banken nur noch zögerlich Kredite vergeben, wodurch Unternehmen das Geld ausgeht und ein weiterer Stellenabbau droht.  (APA/Reuters/dpa)

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