Debatte um kostenlose Kinderbetreuung

19. Jänner 2009, 08:37
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SPÖ will kostenlose Krabbelstuben für eine "Verbesserung der Position der Frauen in der Arbeitswelt"

Linz - Der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider und der oberösterreichische Soziallandesrat Josef Ackerl haben am Samstag einen Streit über kostenlose Kinderbetreuung in Oberösterreich ausgelöst. Sie forderten per Presseaussendung neben dem Gratiskindergarten, der in Oberösterreich bald beschlossen werden soll, auch den kostenfreien Besuch von Krabbelstuben für Unter-Dreijährige. Während das BZÖ die Forderung begrüßte und die Grünen sich aufgeschlossen gaben, kommt von der ÖVP kategorische Ablehnung.

"Verbesserung der Position der Frauen"

Nicht nur einen Gratiskindergarten, sondern eine generelle kostenlose Kinderbetreuung bis zum Schuleintritt soll es nach dem Willen der SPÖ in Oberösterreich zukünftig geben. Ein entsprechender Abänderungsantrag soll am kommenden Montag in der Diskussion über die Novelle des Kinderbetreuungsgesetzes in die Landesregierung eingebracht werden. Ziel dieser Maßnahme sei eine "Verbesserung der Position der Frauen in der Arbeitswelt", so Haider und Ackerl. Insbesondere für den beruflichen Wiedereinstieg der Frauen sei ein frühkindliches Betreuungsangebot notwendig, "um den Anschluss an die Kollegen nicht zu verlieren", hieß es.

Reaktionen

Die Reaktionen der politischen MitbewerberInnen fielen daraufhin höchst unterschiedlich aus: Mit der Forderung nach kostenloser Kinderbetreuung bis zum Schuleintritt werde lediglich eine Idee des BZÖ aufgegriffen, so Landesobfrau Ursula Haubner per Presseaussendung. Weiters verwies sie dabei auf die weiterführende Forderung des BZÖ, auch Tagesmütter-Angebote kostenfrei zu gestalten.

Aufgeschlossen zeigte sich auch der Landessprecher der Grünen Oberösterreich, Rudolf Anschober, gegenüber dem SP-Vorschlag. "Ich werde in der Landesregierungssitzung am Montag der Zuweisung beider Anträge von Sigl und Ackerl an den Unterausschuss Kinderbetreuung zustimmen, damit dort die Arbeit am Detailkonzept erfolgen kann", so Anschober. Fragen zur Infrastruktur, Budget und Zeitplan müssten aber bis April, bis zur entscheidenden Landtagssitzung, geklärt sein, seine klare Bedingung.

Kritik von ÖVP

Kritik hagelte es erwartungsgemäß vonseiten der Volkspartei durch den zuständigen Landesrat Viktor Sigl: "Ackerl kann Krabbelstuben gar nicht flächendeckend gratis anbieten, weil er die erforderlichen Betreuungsplätze nicht hat." Auch ein genaues Konzept vermisse er. Alle Planungen und Vorarbeiten zum Gratiskindergarten seien dagegen im Laufen. (APA)

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