US-Forschung profitiert von Obama-Milliarden

18. Jänner 2009, 20:09
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"Nature": Konjunkturprogramm bedeutet auch "gewaltige Finanzspitze" für die Wissenschaft

Wien - Während die österreichische Wissenschaft noch um ihr Budget zittert, darf sich die US-Forschung laut einem Bericht auf der Internetseite des Wissenschaftsmagazins "Nature" freuen: Die Wissenschaft "räumt ab" ("wins big") beim staatlichen Konjunkturprogramm, mit dem der künftige Präsident Barack Obama die Wirtschaftskrise bekämpfen will. Das insgesamt 825 Milliarden Dollar (622 Milliarden Euro) schwere Paket solle "Dutzende Milliarden Dollar" für Grundlagenforschung, wissenschaftliche Infrastruktur und Initiativen für alternative Energie enthalten. Neben den Forschungsmitteln sollen im Rahmen des Konjunkturpakets auch 141,6 Milliarden Euro für den Bildungssektor zur Verfügung gestellt werden.

Vertreter der Forschungscommunity sprechen laut "Nature" von einer "gewaltigen Finanzspitze", die über die Nationalen Forschungsagenturen den Bereichen Physik und Biologie zu Gute kommen sollen. Allerdings bezweifeln manche Forscher, dass eine Einmalzahlung Wissenschaftsagenturen wie der National Science Foundation (NSF) oder den National Institutes of Health (NIH) mit jahrelang ausgedünnten Budgets helfen könne. Die eigentliche Kunst werde es sein, den Entwurf durch das Repräsentantenhaus zu bekommen und die Finanzierung nachhaltig zu sichern, so Robert Berdahl, Präsident der Association of American Universities (AAU).

Laut "Nature" sollen drei Milliarden Dollar an die NSF gehen, zwei Milliarden an die NIH, 1,9 Milliarden an das Energieministerium, 1,5 Milliarden in universitäre Forschungseinrichtungen. Ein Gutteil dieser Mittel werde zwar direkt in Infrastruktur (Gebäuderenovierungen, Labors) fließen, allerdings seien bei NSF und NIH zwei bzw. 1,5 Milliarden Dollar für die Förderung Tausender Projekte im Bereich Grundlagenforschung reserviert, die bereits genehmigt worden waren, für die aber bisher das Geld fehlte. (APA)

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