Israel lässt fast 200 Lkw mit Gütern passieren

19. Jänner 2009, 09:35
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Notplan für die medizinische Versorgung - WHO benötigt fürs Erste zehn Millionen Euro

Gaza-Stadt / Tel Aviv - Israel hat Hilfstransporte in das Palästinensergebiet genehmigt. Ein Konvoi mit 120 Lastwagen solle über den Grenzübergang Kerem Shalom Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen, teilte ein israelischer Armeesprecher am Montag mit. Ein weiterer Konvoi mit 60 bis 70 Lkw solle den Grenzübergang Karni passieren. Zudem war die Lieferung von 400.000 Liter Heizöl vorgesehen. Seit Beginn der israelischen Offensive am 27. Dezember wurden nach Angaben der Armee 40.000 Tonnen Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente in den Gazastreifen gebracht.

Drei Wochen Krieg haben den Gazastreifen in eine dramatische humanitäre Lage gestürzt. In den Geschäften gibt es kaum noch etwas zu kaufen. Strom kommt nur stundenweise, die Hälfte der eineinhalb Millionen Einwohner hat kein Wasser mehr. Kranke und Kriegsverletzte saßen tagelang in ihren Häusern fest, weil Krankenwagen wegen der Kampfhandlungen nicht zu ihnen durchkommen können.

"Wenn die Waffenruhe kommt, schmälert das unsere Verpflichtung nicht, weiter für die grundlegenden Bedürfnisse der notleidenden Menschen zu sorgen", sagt der Sprecher des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), Chris Gunness. Die Organisation ist für rund 750. 000 Palästinenser im Gazastreifen zuständig. Während der Ende Dezember lancierten israelischen Offensive hat UNRWA über 40 Schutzräumlichkeiten eingerichtet, meist Schulen, in die sich bisher 40.000 Menschen flüchteten, die durch die Kampfhandlungen aus ihren Häusern vertrieben wurden. Tausende Verletzte müssen versorgt werden. Medizinisches Personal wird gebraucht, um der Bevölkerung Hilfe leisten zu können.

Notplan

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Notplan für die ersten Tage der Waffenruhe vor. 13,3 Millionen Dollar (zehn Mio. Euro) seien demnach nötig, um fehlende Medikamente und ärztliche Hilfsmittel zu beschaffen, die Wasserversorgung zu sichern und das medizinische Personal aufzustocken. (Gregor Mayer, red, DER STANDARD Printausgabe, 19.1.2009/dpa)

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