Hedgefonds von Anlegern fallengelassen

18. Jänner 2009, 16:17
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Allein im Dezember knapp 150 Milliarden Dollar abgezogen

Wien - Die Lage für Hedgefonds hat sich 2008 deutlich verschlechtert. Allein im Dezember sind mehr als 150 Milliarden Dollar, oder umgerechnet 112 Mrd. Euro, aus Hedgefonds abgezogen worden, knapp zehn Prozent des gesamten Vermögen, das die Fonds verwalten.

Anleger, insbesondere institutionelle wie Pensionskassen oder Banken, die in die Produkte wegen hoher Renditeerwartungen investiert hatten, waren von der Performance 2008 schockiert. Nach Daten von Hedge Fund Research (HFR), einem Analyseinstitut, hätten die Fonds 18,3 Prozent im vergangenen Jahr verloren. Das ist der größte Jahresverlust, seitdem HFR die Branche analysiert, also seit 1980. Die Fonds haben ihrem Namen - "hedging" bedeutet Positionen absichern - damit keine Ehre gemacht. Insbesondere der Crash der Märkte für Hypothekenkredite hat zahlreiche Hedgefonds in die Bredouille gebracht.

Neben den großen Problemen in nahezu allen Wertpapiermärkten, von Aktien bis zu Schuldpapieren, hat auch der Madoff-Skandal die Hedgefondsindustrie schwer erschüttert. Zahlreiche Dachhedgefonds, also Fonds, die wiederum in andere Hedgefonds investiert hatten, haben das Geld ihrer Anleger in Madoff-Fonds investiert. Investoren fragen jetzt zu Recht, warum sie die teilweise hohen Gebühren eines Dachhedgefonds zahlen sollen, wenn die Fondsmanager einem Betrüger wie Madoff auf den Leim gehen.

Doch nicht alle Anleger konnten ihr Geld aus Hedgefonds abziehen. Zahlreiche Fondsgesellschaften, etwa Tremont, Tudor Investments oder Citadel, haben die Rücknahme von Fondsanteilen ausgesetzt. Viele Investoren können ihre Hedgefondsinvestments also derzeit nicht zu Geld machen und sind in den Fonds gefangen. Eine Begründung der Fondsgesellschaften ist, dass sie befürchten, dass ein Massenverkauf von Investoren die Kurse der Wertpapiere in dem Fonds weiter belastet. Davon würden die übrigen Anleger im Fonds getroffen werden - und selbst verkaufen. (Lukas Sustala, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.1.1.2009)

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