Gaza-Waffenruhe von tschechischem EU-Vorsitz begrüßt

18. Jänner 2009, 13:30
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Prag fordert vollständige Grenzöffnung von Israel - Der Papst will eine "friedliche und dauerhafte Lösung" des Konflikts

Prag - Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft hat die von Israel einseitig verkündete Waffenruhe im Gazastreifen begrüßt. Man rufe die Hamas auf, "sich an dieser Waffenruhe sofort und ohne Bedingungen zu beteiligen", hieß es weiter in einer in Prag veröffentlichten Stellungnahme des EU-Vorsitzes vom Sonntag. "Die EU steht bereit, dabei zu helfen, einen unabhängigen, demokratischen, zusammenhängenden und lebensfähigen palästinensischen Staat zu schaffen, der Seite an Seite mit Israel in Frieden und Sicherheit lebt."

Erstes Ziel sei es nun, "sicherzustellen, dass keine weiteren Zivilisten als Resultat dieses Konflikts sterben", hieß es in der Stellungnahme aus Prag. Der EU-Ratsvorsitz rief Israel auf, "seine Grenzen nach Gaza vollständig und sofort wieder zu öffnen, um die Leiden der Bevölkerung im Gazastreifen zu mildern". Notwendige humanitäre Hilfe wie Benzin, Lebensmittel und medizinische Unterstützung solle "frei und zügig" in den Gazastreifen gebracht und dort verteilt werden können.

Papst-Appell: "Waffenruhe unterstützen"

Der Papst hat beim Angelusgebet am Sonntag die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Bemühungen für ein Ende des Konflikts im Gazastreifen aktiv zu unterstützen. Er äußerte die Hoffnung, dass man mit Weisheit die Waffenruhe fördere und für eine "friedliche und dauerhafte Lösung" des Konflikts arbeite.

"Der Dialog in Gerechtigkeit und Wahrheit" sei die einzige Lösung für das Heilige Land. Er bete für all jene Menschen, die auf beiden Seiten der festen Überzeugung sind, dass es im Heiligen Land Raum für alle gebe. "Sie sollen ihre Leute helfen, sich von den Trümmern des Terrors zu erheben und mutig den Faden des Dialogs in Gerechtigkeit und Wahrheit neu aufnehmen", erklärte der Heilige Vater. "Dies ist der einzige Weg, der wahrhaftig eine Zukunft des Friedens für die Kinder dieser Region sichern kann", so der Papst.

Benedikt XVI. erinnerte an die Hunderten Opfer der "unglaublichen Gewalt" im Gazastreifen. Er bete für die Verletzen, für die Trauernden um Familienangehörige und für jene, die all ihr Gut verloren haben. (APA/dpa)

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