Pärson und Gisin teilen Sieg in Zauchensee

18. Jänner 2009, 12:59
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Schwedin und Schweizerin fuhren ex aequo zum Abfahrts-Sieg. Vonn übernimmt als Dritte die Weltcup-Gesamtführung. Fischbacher als beste Österreicherin Sechste

Altenmarkt-Zauchensee - Die Schwedin Anja Pärson und die Schweizerin Dominique Gisin haben am Sonntag ex aequo die Damen-Weltcupabfahrt in Altenmarkt-Zauchensee gewonnen. 17 Hundertstel dahinter übernahm Lindsey Vonn (USA) als Abfahrtsdritte um elf Punkte wieder die Weltcup-Gesamtführung von ihrer deutschen Freundin Maria Riesch. Österreichs Damen bleiben hingegen weiter in der Abfahrt sieglos, beste ÖSV-Fahrerin war die Salzburgerin Andrea Fischbacher als Sechste.

ÖSV-Sieglosigkeit prolongiert

Nachdem die Damen sechs Wochen auf die Fortsetzung des Abfahrts-Weltcups warten hatten müssen, sorgten Tausende Zuschauer, Weltmeister Michael Walchhofer als Zuschauer sowie ein spannender Rennverlauf trotz bedeckten Himmels und Wind für tolle Stimmung und ein Großes Freiluft-Kino in Zauchensee. Hauptdarstellerin waren allerdings die Gäste. Denn Renate Götschl (14.) und Maria Holaus (30.) kamen nicht einmal in die Top-Ten, damit wurde die nun bereits 22 Monate andauernde Sieglosigkeit in der Abfahrt prolongiert.

40. Weltcupsieg für Pärson

Pärson hingegen feierte ihren 40. Weltcupsieg und kommt nicht nur schon wieder in WM-Form, sondern rückt Vonn und Riesch auch im Weltcup immer näher. Gisin gelang mit ihrem Premierenerfolg endlich das Comeback. Schon vor zwei Jahren war sie als Zweite in Zauchensee (hinter Renate Götschl) vor dem Durchbruch gestanden, hatte danach aber einen Kreuzbandriss und weitere Verletzungen erlitten.

Erst als die kanadische Kombi-Abfahrtssiegerin Larisa Yurkiw als Zwischenzeit-Sechste ausgeschieden war, glaubte Gisin am Sonntag aber an den Sieg. "Ein Wahnsinnsgefühl. Wenn Larisa ins Ziel gekommen wäre, wäre es sicher nochmals knapp geworden", sagte die sympathische Schweizerin." Dass Pärson ohne deren groben Fehler wohl "solo" gewonnen hätte, war auch Gisin klar.

Einfach "verrückt"

Die Schwedin selbst hatte schon am Vortag den Kombisieg mit einem Fehler weggeworfen, holte dafür den Jubiläumssieg in der Abfahrt nach, obwohl sie erneut patzte. "Ich hatte meinen Traumlauf schon im zweiten Training", sagte Pärson. "Es läuft schon seit Saisonbeginn ganz gut. Jetzt kommt die WM und da bin ich eine Mitfavoritin. Aber ich habe keinen Druck." 40 Siege seien einfach "verrückt". "Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schaffe. Es war der insgesamt 13. Ex-aequo-Sieg im Damen-Weltcup, der dritte in der Abfahrt.

Vor den Augen von Walchhofer sowie Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister kassierten die ÖSV-Damen zwar kein ähnliches Debakel wie die ÖSV-Herren am Vortag in Wengen, vom Ende der nun schon fast zwei Jahre dauernden Abfahrts-Sieglosigkeit waren Götschl und Co. aber deutlich entfernt. Es war das schlechteste ÖSV-Abfahrts-Ergebnis im Weltcup seit 5. Dezember 2003 in Lake Louise, als Alexandra Meissnitzer Siebente wurde.

Beste wurde am Sonntag die Pongauer Lokalmatadorin Fischbacher als Sechste, Elisabeth Görgl ("Ein guter Schritt nach vorne, jetzt freu ich mich auf Cortina") fuhr auf Platz acht. "Speed-Queen" Götschl selbst musste sich auf einer ihrer Lieblingsstrecken mit 1,45 Sekunden Rückstand und dem bitteren 14. Platz begnügen. Weil auch die weiter unter Knieproblemen leidende Maria Holaus über Platz 30 nicht hinauskam, schafften die ÖSV-Speed-Damen nicht einmal einen Podestplatz. "Der Wind war nicht das Problem, ich bin einfach Scheiße gefahren", war Holaus sauer.

Fischbacher, schon in Lake Louise Abfahrts-Fünfte und Zweite im Super-G, bestätigte sich hingegen als derzeit konstanteste ÖSV-Abfahrerin. Dabei verlor "Fischi" im oberen Teil viel Zeit, brillierte dann aber im unteren Streckenteil mit Bestzeit. "Die Konstanz ist da. Jetzt muss ich nur noch die Gleitkurven noch besser fahren", glaubt die 23-jährige Maier-Großcousine aus Eben zu wissen, was ihr für einen Podestplatz in der Abfahrt noch fehlt.

Die große Siegerin des Zauchensee-Wochenendes war Lindsey Vonn. Am Samstag hatte die 24-jährige Amerikanerin die Kombi gewonnen, obwohl sie in der Abfahrt fast am Hot Air-Sprung gestürzt wäre und nur mit Riesenglück eine schwere Verletzung vermieden hatte. Am Sonntag fuhr sie mit schmerzendem Schienbein und Daumen dort viel vorsichtiger.

"Das war auch der Grund, warum ich nicht gewonnen habe", glaubte die Weltcup-Titelverteidigerin zu wissen. Elf Punkte Vorsprung auf ihre beste Freundin Maria Riesch seien schön. "Das freut mich, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns." Riesch selbst musste sich einen Tag nach ihrem Out im Kombislalom in der Abfahrt mit Platz sieben begnügen. "Das Gute ist, dass man mich jetzt nicht mehr jedesmal auf die Weltcupführung anquatscht", sagte die Deutsche. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Sieger-Foto der Zauchensee-Abfahrt hat zwei Lächeln zu bieten.

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