Israels Militär untersucht Angriffe auf zivile Ziele

17. Jänner 2009, 16:40
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Vier israelische Fallschirmjäger im Gazastreifen schwer verletzt

Jerusalem - Die israelischen Streitkräfte untersuchen auf höchster Ebene fünf Angriffe auf zivile Ziele bei den Kriegshandlungen im palästinensischen Gazastreifen. Ein Militärsprecher erklärte in Jerusalem, nach ersten Ermittlungen hätten die Soldaten in allen fünf Fällen auf Beschuss aus den betroffenen Gebäuden oder deren Umgebung reagiert. Ziel der Angriffe waren unter anderen eine UNO-Schule, in der Palästinenser Schutz gesucht hatten, und das Zentrum des UNO-Hilfswerks UNRWA in Gaza. Vertreter der Vereinten Nationen haben eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen gefordert.

Schule als Schutzraum

Die Israelis haben am Samstag etwa 50 weitere Ziele im Gazastreifen bombardiert. Es wurde dabei auch eine Schule der Vereinten Nationen getroffen, in der rund 1600 Flüchtlinge Schutz gesucht hatten. Zwei Buben wurden getötet. UNO-Sprecher Chris Gunness verurteilte den Beschuss heftig. Eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde in Gaza sagte, mindestens 25 Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Neun weitere Menschen fielen den israelischen Angriffen am Samstag zum Opfer. Seit Beginn der Offensive vor über drei Wochen sind nach palästinensischen Angaben 1140 Menschen getötet worden. Gunness erklärte, Israel kenne die Koordinaten der Schule und wisse, dass das Gebäude als Schutzraum genutzt werde.

Vier Fallschirmjäger schwer verletzt

Bei Kämpfen im Gazastreifen sind vier israelische Fallschirmjäger vermutlich bei dem Beschuss durch eigene Truppen schwer verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee wurden die Soldaten im Norden des Palästinensergebiets von einer Mörsergranate getroffen. Ein Sprecher sagte, dass sie möglicherweise aus Versehen von den eigenen Truppen ins Visier genommen worden seien. Bei Kämpfen mit Hamas-Mitgliedern wurden nach Armeeangaben am Samstag fünf weitere israelische Soldaten leicht verletzt. (APA/AP/AFP)

 

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