Erholung auf dem Automarkt setzt Mitte 2009 ein

17. Jänner 2009, 15:53
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Dann sollten die Konjunkturpakete der Regierung Wirkung zeigen

Nürtingen - Nach einigen weiteren harten Monaten für die deutschen Autobauer und Zulieferer rechnet der Autoexperte Willi Diez von Mitte des Jahres an mit einer deutlichen Belebung des Marktes. "Ich gehe davon aus, dass im zweiten Halbjahr die Erholung einsetzen wird", sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dann würden die Konjunkturpakete der Regierung Wirkung zeigen.

Er rechne damit, dass dank der beschlossenen Verschrottungsprämie in Höhe von 2.500 Euro pro Auto in Deutschland 300.000 Fahrzeuge zusätzlich verkauft werden. Davon werden nach seiner Einschätzung 200.000 Autos von deutschen Herstellern stammen. Durch das Paket würden mindestens 20.000 Arbeitsplätze bei Herstellern, Zulieferern und im Autohandel gerettet, sagte Diez. Weitere Impulse erwarte er durch eine Umstellung auf eine CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer. "Dies würde die langjährige Verunsicherung der Autokäufer beseitigen."

Harte Zeiten

In den nächsten Wochen und Monaten stehen der Branche aber seiner Einschätzung nach noch harte Zeiten bevor. "Ich gehe davon aus, dass das erste und zweite Quartal 2009 ähnlich schlecht werden wie das vierte Quartal 2008", sagte Diez. Erst danach werde es eine Stabilisierung des Absatzes geben. "Die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit anmelden, wird in den nächsten Wochen weiter nach oben gehen. Es wird eine Welle von Kurzarbeit geben."

"Derzeit geht es darum, dass die Infrastruktur der Autoindustrie nicht wegen der Krise zerstört wird", sagte Diez. Selbst wenn es in den nächsten Monaten wieder aufwärtsgehe, könne dies den grundsätzlichen Strukturwandel in der Branche aber nicht aufhalten. Derzeit würden in den traditionellen Märkten Nordamerika, Westeuropa und Japan noch 55 Prozent der Fahrzeuge verkauft. "Dieser Anteil wird bis 2015 auf rund 49 Prozent sinken, bis 2020 voraussichtlich auf 40 Prozent", sagte Diez.

Ein weiterer Trend sei die wachsende Nachfrage nach spritsparenden Kleinwagen, die in Deutschland kaum profitabel produziert werden könnten. "Nach und nach wird die Produktion weiter ins Ausland verlagert werden", sagte der Experte. "Ich rechne damit, dass bis zum Jahr 2015 in der deutschen Autoindustrie rund 70.000 der 750.000 Arbeitsplätze wegfallen werden." (APA/dpa)

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