Tiefpunkt für ÖSV am Lauberhorn

17. Jänner 2009, 14:39
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Georg Streitberger als bester Österreicher der klassischen Abfahrt in Wengen 18. - Sieg an Schweizer Didier Defago - Miller und Sullivan auf den Plätzen

Wengen - Die Schweizer Ski-Feiertage auf dem Lauberhorn in Wengen sind am Samstag fortgesetzt worden. Einen Tag nach dem Super-Kombinations-Sieg von Carlo Janka hat Didier Defago einen Triumph beim Abfahrtsklassiker nachgelegt. Der 31-Jährige feierte ausgerechnet im "Kitzbühel der Schweizer" vor knapp 30.000 Zuschauern seinen Abfahrts-Premierensieg, auf den Plätzen zwei und drei landeten die US-Amerikaner Bode Miller (Sieger 2007, 2008) und Marco Sullivan.

Patrick Ortlieb lässt grüßen

Österreichs Abfahrer schlitterten auf der mit 4,48 km längsten Abfahrt des Weltcups in ein ganz böses Debakel, nämlich ins schlimmste in dieser Disziplin seit 5. März 1994. Damals hatte Patrick Ortlieb in Aspen als bester Österreicher Rang 18 belegt. So war es auch knapp 15 Jahre später in Wengen, diesmal war Georg Streitberger als bester Österreicher auf Platz 18 zu finden.

Dahinter folgten Christoph Gruber und Romed Baumann auf den Plätzen 19 und 20, Hermann Maier und Michael Walchhofer belegten ex aequo Rang 26, für den an der rechten Hand verletzten Klaus Kröll reichte es nach einem kuriosen Missgeschick im Startbereich als 50. lange nicht für Weltcup-Punkte. Bereits am Freitag in der Super-Kombi waren die Österreicher im geschlagenen Feld gelandet, Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich hatte als Bester Platz sieben erreicht.

Sonne über der Schweiz

Für die Schweizer ging hingegen das Feiern auf der großen Heimbühne und unter blitzblauem Himmel auch am Samstag munter weiter. "Am Freitag ein Sieg, am Samstag ein Sieg, das schaut doch gut aus. Einfach sensationell, ich genieße diesen Sieg sehr", freute sich Defago, der seinen bis Samstag einzigen Weltcup-Erfolg am Dezember 2002 im Super G von Gröden gefeiert hatte.

Als Defago mit Startnummer 15 und der ersten heurigen Wengen-Zeit unter 2:32 Minuten über die Ziellinie raste, wusste er bereits, dass er einen sensationellen Lauf hingezaubert hat. Defago ließ sich mit voller Wucht gegen die weiche Absperrung im Zielraum krachen und küsste daraufhin innig seinen Rossignol-Ski. "Es hat alles zusammengepasst, mein Ski war sensationell."

Dass es den ersten Schweizer Abfahrtssieg in Wengen seit 2003 (Bruno Kernen) gab, war eigentlich keine große Überraschung. Allerdings hatten die Eidgenossen vor allem mit dem ersten Lauberhorn-Triumph von Didier Cuche gerechnet. Doch dieser kam nach starken Trainingsleistungen nicht über Rang zehn hinaus. "Für mich ist das sicherlich enttäuschend, aber es ist trotzdem schön, dass es wieder einen Schweizer Sieg zu feiern gibt. Das ist ein traumhaftes Wochenende."

Maier bezeichnete Defago nun als Favoriten für die Hahnenkamm-Rennen kommende Woche in Kitzbühel, vor allem für den Super-G am Freitag. "Mit diesem Selbstvertrauen wird er dort alles zeigen, Defago ist jetzt der große Favorit für Kitz." Walchhofer meinte zum Triumph des Westschweizers: "Er fährt zwar konstant, dass er hier gewonnen hat, überraschte aber auch mich." (APA)

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    Didier Defago versucht sein Glück zu fassen.

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    Bode Miller auf dem Weg zu Platz zwei.

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