Tausende protestieren in Großbritannien und Deutschland gegen den Krieg

17. Jänner 2009, 16:29
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Berliner Gericht erlaubt Hamas-Werbung - Anschlag auf Synagoge in Frankreich

London/Berlin/Paris - Tausende Menschen haben am Samstag in Großbritannien und in Deutschland gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen protestiert. In Birmingham machten mehr als 5000 Demonstranten ihrem Ärger Luft und riefen "Freiheit für Palästina". Auf Spruchbändern war "Stoppt den Genozid!" und "Beendet die Belagerung" zu lesen. Zudem wurden erneut israelische Flaggen verbrannt. Proteste gab es auch in anderen Städten. Am Nachmittag war eine Demonstration in London geplant. Vergangenen Samstag hatten mehr als zehntausend Menschen in London demonstriert. Nach dem Ende der Kundgebung war es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.

Demonstranten griffen Israel-Stand an

In mehreren deutschen Städten haben Menschen am Samstag gegen den Krieg im Gazastreifen demonstriert. Die größte Demonstration wurde mit rund 10.000 Teilnehmern in Berlin erwartet. In Kassel kam es zu Ausschreitungen. Mehrere Demonstranten griffen einen pro-israelischen Stand an und versuchten, Fahnen und Plakate herunterzureißen. Andere Demonstranten unterstützten die Angreifer mit Sprechchören. Die nur mit wenigen Beamten präsente Polizei hatte Mühe, die Situation zu beruhigen und den Protestzug von mehreren hundert Menschen weiterzuleiten. Was auf den Plakaten stand, die den Zorn der Kundgebungsteilnehmer erregten, war vorerst nicht bekannt.

In Hamburg zählte die Polizei rund 800 Demonstranten, in Kiel waren es ungefähr 300. Die Kundgebungen, zu denen die islamischen Gemeinschaften aufgerufen hatten, verliefen friedlich. Unterdessen dürfen die Teilnehmer der Berliner Demonstration nun doch für die Palästinenserorganisation Hamas werben. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hob eine entsprechende Auflage von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) auf. Das teilte die Polizei mit.

Anschlag in Frankreich

In der Nacht auf Samstag ist eine Synagoge in Ostfrankreich durch Molotow-Cocktail beschädigt worden. Durch den Anschlag wurde in dem Bethaus in Hayange bei Thionville ein Brand ausgelöst, gab die jüdische Kultusgemeinde bekannt. Der Brand in der Synagoge erforderte den Einsatz der Feuerwehr, und mehrere Personen, die im ersten Stockwerk des Gebäudes wohnen, mussten evakuiert werden. "Es ist klar, dass das eine Reaktion auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina war", sagte André David, Präsident der jüdischen Gemeinde von Hayange, die nur 23 Familien zählt. Seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen haben sich die antisemitischen Aktionen in Frankreich vervielfacht.  (red/APA/dpa)

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