Putin räumt immensen Imageschaden ein

17. Jänner 2009, 09:57
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Verhaltener Optimismus vor Gasgipfel in Moskau

Dresden - Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat einen durch die Gaskrise entstandenen großen Imageschaden für Russland eingeräumt. "Es ist schon jetzt großer Schaden entstanden, politisch und wirtschaftlich", sagte Putin in der Nacht zum Samstag vor einer Runde deutscher Chefredakteure in Dresden. Dennoch gehe er mit verhaltenem Optimismus auf den für Samstag in Moskau geplanten Gipfel zur Lösung der Krise. Aber es werde sehr schwer fallen, mit einer zerstrittenen ukrainischen Regierung ein Problem zu lösen, "das wir seit bald 15 Jahren haben und uns nun nicht mehr länger leisten können", sagte Putin.

"Russland nicht verantwortlich"

Putin insistierte, Russland sei nicht für die jetzige Lage verantwortlich, sondern die Ukraine. "Wir beantragen jeden Morgen bei unseren ukrainischen Geschäftspartnern den Durchfluss genau festgesetzter Mengen Gas. Allein am Freitag sollten zum Beispiel 76,6 Millionen Kubikmeter Gas nach Rumänien durchgeleitet werden, aber jeden Morgen kommt das Nein aus Kiew". Das Verhalten der ukrainischen Regierung bezeichnete er als "kriminell", "erpresserisch" und "technologische Barbarei". Putin beklagte erneut auch den immensen finanziellen Schaden für Russland durch den Gasstreit, den er auf inzwischen mehr als eine Milliarde Dollar (754 Mio. Euro) bezifferte.

Putin hatte nach Gesprächen mit der deutschen Regierung am Freitag den Dresdner Semperopernball besucht und war dort mit einem Preis für seine Verdienste um den deutsch-russischen Kulturaustausch ausgezeichnet worden. (APA/dpa)

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