FPÖ-BZÖ steht derzeit noch 90:10

17. Jänner 2009, 08:43
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FPÖ eroberte bei bisher drei Wahlen fast 240.000 Wähler, das BZÖ 27.000

Wien - 90:10 steht es beim Landtagswahl-Match FPÖ gegen BZÖ derzeit für die Blauen. Das wird sich mit der Kärnten-Wahl ändern, wenn erstmals seit der Gründung des BZÖ 2005 im einzigen Bundesland gewählt wird, in dem die Orangen eine Rolle spielen. Sie haben dort sogar einen Landeshauptmann-Sessel zu verteidigen - was bei den Blauen in keinem Land der Fall ist. Nach dem derzeitigen Stand der Umfragen dürfte es dem BZÖ auch nach dem Tod des Parteigründers und LH Jörg Haider gelingen, stimmenstärkste Partei in Kärnten zu werden.

Davon ist die FPÖ weit entfernt. Ihre besten Ränge sind die dritten Plätze in Burgenland, Salzburg, Vorarlberg, Wien und Niederösterreich. In Oberösterreich (wo im Herbst gewählt wird) liegen sie noch auf Platz 4 hinter den Grünen - die sie in NÖ und Tirol 2008 wieder überholt haben. In Tirol reichte es wegen des großen Erfolgs des ÖVP-Dissidenten Fritz Dinkhauser aber nur für Platz vier. Und in der Steiermark, erst wenige Monate nach der Abspaltung des BZÖ 2005, verpasste die FPÖ als Fünfte hinter SPÖ, ÖVP, KPÖ und Grünen den Einzug in den Landtag.

Bei bisher drei Landtagswahlen traten FPÖ und BZÖ bisher seit der Spaltung im April 2005 gegeneinander an - 2005 in der Steiermark und in Wien, im Vorjahr in Niederösterreich (im Burgenland und in Tirol verzichtete das BZÖ auf eine Kandidatur). Die FPÖ eroberte dabei 238.335 Wähler, das BZÖ nur 27.051. Fast 90 Prozent der Wähler des dritten Lagers entschieden sich also für die Blauen.

Von vier Prozent weit entfernt

Das BZÖ kam nirgends auch nur in die Nähe der Vier-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag; in NÖ wählten nicht einmal ein Prozent die Orangen, in der Steiermark und Wien keine zwei Prozent. Die FPÖ blieb in der Steiermark noch unter fünf Prozent, legte aber kurz darauf in Wien - der Heimatstadt des neuen Parteichefs Heinz-Christian Strache - auf fast 15, in NÖ und Tirol auf über zehn Prozent zu. Nach den schweren Wahlschlappen in den schwarz-blauen Jahren 2000 bis 2005 war die FPÖ seit 2005 wieder auf Konsolidierungskurs.

Bei den zwei Nationalratswahlen lief es für das BZÖ etwas besser: 2006 machte sein Anteil am dritten Lager 27 Prozent aus, 2008 sogar 38 Prozent. Das war - wie 2006 der Einzug in den Nationalrat überhaupt - darauf zurückzuführen, dass das BZÖ in Kärnten überdurchschnittlich gut abschnitt. Und den starken Zuwachs 2008 verdanken die Orangen vor allem ihrem Spitzenkandidaten: Da führte der mittlerweile verstorbene Jörg Haider die von ihm gegründete Partei zum ersten - und letzten - Mal in eine Wahl.

Der Zuwachs 2008 war aber nicht nur auf einen Wählerwechsel im dritten Lager zurückzuführen: Denn 2008 wählten fast 1,380.000 Wähler die Rechts-Parteien, nach nur rund 713.000 im Jahr 2006. Gemeinsam wären FPÖ und BZÖ im Vorjahr stärker gewesen als es die alte FPÖ unter Jörg Haider jemals war - und sie hätten die ÖVP diesmal klar auf den dritten Platz verwiesen.

Naschen am Erbe Haiders

Im BZÖ-Kernland Kärnten versucht die FPÖ im Wahlkampf, am Erbe Jörg Haiders zu naschen - mit Wahlplakaten, die an den verstorbenen LH denken lassen, und indem sie dessen langjährigen Wegbegleiter Mario Canori als Spitzenkandidaten gewannen.

Die Landtagswahl in Kärnten 2004 - bei der Haider mit 42,43 Prozent den LH-Sessel verteidigte - war der einzige Wahlerfolg der FPÖ während ihrer Beteiligung an der Bundesregierung. Bei der Abspaltung rund ein Jahr später folgten in Kärnten so gut wie alle Blauen Haider in seine neue Partei. Das spiegelte auch das NR-Ergebnis wieder: 2008 kam das BZÖ dort auf 38,52 und die FPÖ nur auf 7,57 Prozent.

Landtags-Ergebnisse wie bei der Nationalratswahl 2008 würden beiden Parteien in Salzburg gefallen: Das BZÖ schaffte dort im September 12,23 Prozent - während es bei der Wahl am 1. März bei Umfragewerten von drei bis vier Prozent um den Einzug in den Landtag zittern muss. Und die FPÖ - für die die Landtags-Umfragen 13 bis 14 Prozent ausweisen - wäre mit den 17,66 Prozent der Nationalratswahl sicherlich auch zufrieden. Bei der letzten Landtagswahl 2004 hatte die Salzburger FPÖ in Salzburg einen Absturz um fast elf Punkte auf 8,69 Prozent hinnehmen müssen. (APA)

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