Ein Fest mit besonderen Ehrengästen

16. Jänner 2009, 19:16
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Hunderttausende werden Barack Obamas Amtseinführung in Washington live miterleben

Mit Pomp und Gloria feiern die USA seit mehr als 200 Jahren den Einzug jedes neuen Präsidenten in Washington. Der Amtsantritt Barack Obamas dürfte dabei alles Bisherige in den Schatten stellen.
Washington - Die Obamas kommen - und mit ihnen eine Rekordschar von bis zu zwei Millionen Anhängern, die den Amtseid des neuen Präsidenten auf den Stufen des Kapitols (Dienstag 18.00 Uhr MEZ) mit eigenen Augen verfolgen wollen. Washington zählt nur 600.000 Einwohner, noch nie haben sich so viele Menschen dort versammelt.

Für die Verkehrsbetriebe und die 20.000 Sicherheitskräfte ist es ein Albtraum, für die restlos ausgebuchten Hotels der Stadt ein Segen, für die Obama-Anhänger der lange ersehnte Startschuss für eine neue politische Epoche.

"Stellen Sie sich die Olympischen Spiele, die Fußball-WM und das Baseball-Finale an einem Tag vor", beschreibt Publizistikprofessor Rich Hadley von der Universität Quinnipiac in New York die öffentliche Bedeutung des Ereignisses. "Und die Krönung der britischen Königin können Sie gleich noch dazupacken." Da mag ein wenig Übertreibung mit ihm Spiel sein, doch erinnert die Opulenz der Inauguration in Washington tatsächlich an die Royals im fernen London: Nach Amtseid und Antrittsrede wird Präsident Barack Obama eine Militärparade vom Kapitol zum Weißen Haus anführen. Zwei Stunden soll das Spektakel dauern.

Mit dem Einzug der Obamas verbinden viele in Washingtons High Society die Hoffnung auf eine Rückkehr des Hollywood-Glamours in die Kapitale. Die ländlich-rustikalen Bushs haben nie so recht in die weltoffene Hauptstadt gepasst: Zu hausbacken fanden viele die First Lady Laura Bush, zu flegelhaft den Präsidenten George W. Bush. "Viel auftoupierte Haare und Cowboystiefel", wird hinter vorgehaltener Hand über die Bushs und ihre Texas-Clique gelästert.

Das junge Präsidentenpaar Obama verkörpert den Stilwechsel. Politikprofessor Robert Watson von der Lynn-Universität in Florida erwartet von Obamas Amtseinführung "eine beträchtliche Verjüngung der Stimmung" in Washington: "Alle vier Jahre bekommt Washington die Chance, tief durchzuatmen und neu zu beginnen."

Gesellschaftlicher Höhepunkt der Amtseinführung sind die offiziellen Präsidentenbälle. Auf zehn Bällen werden sich die Obamas in der Nacht auf Mittwoch präsentieren. Großes Glamour-Potenzial hat die künftige First Lady Michelle Obama, die bereits als Stilikone vom Range einer Jacqueline Kennedy gehandelt wird. Aber die Anwesenheit der afrikanischen Verwandten Obamas bei den Feiern wird die Amerikaner auch an einen anderen Aspekt dieser Präsidentschaft erinnern. (AFP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.1.2009)

  • Barack Obamas afrikanische Großmutter, Sarah Hassan Obama, wird unter den Ehrengästen der Inauguration sein.
    foto: epa/holt

    Barack Obamas afrikanische Großmutter, Sarah Hassan Obama, wird unter den Ehrengästen der Inauguration sein.

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