Bayerische Filmpreise wurden vergeben

16. Jänner 2009, 19:04
posten

Regiepreis an Caroline Link für "Im Winter ein Jahr"

München - Die Münchner Regisseurin Caroline Link ist beim 30. Bayerischen Filmpreis für ihr Drama "Im Winter ein Jahr" mit dem Hauptpreis geehrt worden. Der Film über eine Familie, die den Tod eines Sohnes aufarbeitet, sei ein geglücktes Zusammenspiel von Schauspielern, Kameraführung und überwältigender Musik, begründete die Jury die Wahl am Freitag bei der Vergabe der mit 20.000 Euro dotierten Auszeichnung im Münchner Cuvilliéstheater. Beste Nachwuchsschauspielerin wurde Karoline Herfurth, die in dem Film das Sterben ihres Bruders verkraften muss.

Das für einen Oscar nominierte Politdrama "Der Baader Meinhof Komplex" von Uli Edel wurde für die Leistung des Produzenten Bernd Eichinger prämiert. Der Film thematisiere ungeschönt und erschreckend realistisch die jüngere deutsche Geschichte des Terrorismus, begründete die Jury. Das Drama über die Rote Armee Fraktion musste sich den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Produzentenpreis allerdings mit Florian Gallenbergers "John Rabe" über das Nanking-Massaker 1937 in China teilen. Ulrich Tukur, der darin als deutscher Kaufmann Rabe bei dem Übergriff der Japaner auf Südchina Tausende von Menschen rettete, wurde überdies als bester männlicher Darsteller (10.000 Euro) gewürdigt.

Zweimal "Wolke 9"

Über ebenfalls zwei Auszeichnungen konnte sich Andreas Dresen für seinen Film "Wolke 9" freuen, in dem es um Liebe und Sexualität im Alter geht. Ursula Werner erhielt für ihre Rolle als frisch verliebte 60-jährige Inge den Preis als beste Darstellerin (10.000 Euro). Ihr mutiges, offenes und glaubhaftes Spiel wirke auf die Zuschauer befreiend und zeige, dass Liebe alterslos sei, begründete die Jury. Einen Preis wert war den Juroren auch die Bildgestaltung von Dresens Kameramann Michael Hammon, der die Schauspieler immer liebevoll beobachte, ohne voyeuristisch zu sein.

Der Kinder- und Jugendfilmpreis (20.000 Euro) ging an Marco Kreuzpaintners Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers "Krabat". Michael Bully Herbig und Franz Xaver Kroetz durften sich dagegen über den Sonderpreis der Jury freuen für ihre Rollen in Joseph Vilsmaiers Neuverfilmung "Die Geschichte vom Brandner Kaspar". Heinrich Breloers aufwendige Literaturverfilmung "Die Buddenbrooks" wurde in der Kategorie Szenen- und Kostümbild geehrt.

Weitere Preise gingen an "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" von Gernot Gricksch für das beste Drehbuch, an Jan Fehse ("In jeder Sekunde") für die beste Nachwuchsregie und an Marie Miyayamas Werk "Der Rote Punkt" (Nachwuchsproduzentenpreis der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken).

Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk konnte Peter Schamoni entgegennehmen. Der 74-Jährige sei seit mehr als 50 Jahren eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen und internationalen Filmszene, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) laut Mitteilung in seiner Laudatio. Mit seinen Porträt-Dokumentationen berühmter Künstler wie Max Ernst, Caspar David Friedrich oder Fernando Botero habe er neue Maßstäbe gesetzt und dieses Genre auch einem breiten Publikum vermittelt. Die Bayerische Staatsregierung ehrt mit den Preisen herausragende Leistungen des deutschen Filmschaffens im zurückliegenden Jahr. (APA/dpa)

 

Share if you care.