Bahnhofsprovisorien

Härtetest für Bahnfahrer

16. Jänner 2009, 19:08

Milliardeninvestitionen und Konjunkturpaket machen das ÖBB-Bahnnetz heuer zu einer riesigen Baustelle

Wien - Schienenersatzverkehr, Verspätung und Gleisbauarbeiten werden heuer wohl zu häufig verwendeten Vokabeln in Österreichs Bahnverkehr. Das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben, denn mit Rekordinvestitionen im Volumen von mehr als 1,8 Milliarden Euro heuer wird das Schienennetz der ÖBB in eine gigantische Großbaustelle verwandelt.

Hinzu kommt das Konjunkturpaket, das bis 2012 weitere 700 Millionen Euro an Investitionen in Bahninfrastruktur vorsieht. Davon dürfte heuer zwar nicht viel mehr als ein niedriger dreistelliger Millionen Euro fließen - weil die Vorziehprojekte ja erst im Planungsstadium sind -, es sorgt aber dafür, dass der Strom an Baustellen nicht abreißt. Das Mega-Bauprogramm enthält Großprojekte wie die Bahnhöfe Wien-Mitte, Salzburg und Hauptbahnhof Wien ebenso wie dringend notwendige Erhaltungsarbeiten an Gleisen und Tunnels.

"Schlaglochstrecke" Tauernklappe

Für Letztere wendet die ÖBB-Infrastruktur-Betrieb-AG heuer 500 Millionen Euro auf, das Milliarden-Bauprogramm hingegen geht auf Rechnung der ÖBB-Infrastruktur-Bau-AG. Aus welchem Titel auch immer gezahlt wird: Die Nerven der Bahnkundschaft werden ob massiver Verkehrseinschränkungen mit Sicherheit arg strapaziert: In Wien-Liesing sind es Weichenarbeiten, in Wien-Penzing wird der Personenverkehr-Tunnel eingleisig geführt, weil er bei laufendem Betrieb nicht sanierbar ist, und in Tulln wird die Donaubrücke ab März komplett gesperrt.

Zu den massivsten der insgesamt 1500 pro Jahr anstehenden Sanierungsmaßnahmen gehören zweifellos die Ennstalsperre im Mai und Juni (zwischen Bischofshofen und Schladming müssen sechs Brücken, Gleiskörper und Oberleitungen modernisiert werden) und die Tauernklappe. Letztere ist laut ÖBB-Infra-Bau-Vorstandsdirektor Andreas Matthä "eine Schlaglochstrecke" , die nur im Schneckentempo befahrbar sei.

ÖBB-Personenverkehr-Chefin Gabriele Lutter wirbt um Verständnis: "Wir investieren so viel wie noch nie, und wir wissen, dass die nächsten drei Jahre der Härtetest werden. Aber dann wird es besser und wir haben mehr Schienenkapazitäten für den Nahverkehr. Ende 2012 wird auch der neue Zug Railjet die versprochenen 230 km/h fahren können. Auf der Westbahn werden jährlich 30 Millionen Passagiere transportiert.

"Keine Verstimmung"

"Nicht einmal den Funken einer Verstimmung" zwischen ÖBB-Güterverkehr RCA und ihrer Ungarn-Tochter Máv-Cargo kann hingegen RCA-Chef Friedrich Macher erkennen. Den Standard-Bericht, wonach Máv-Cargo mit einem RCA-Darlehen bei der ÖBB-Tocher Industriewaggon 20 Loks und 50 Waggons kauft und sie umgehend an die ÖBB zurückverleast, widersprach Macher dem Grunde nach nicht. Er betont aber, dass die Ungarn über das Material disponieren könnten und wirtschaftlicher Eigentümer seien, was die Máv-Cargo gegenüber ihrer ehemaligen Mutter Máv vergrößere. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17./18.1.2009)

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Bosko Brankovic
18.01.2009 08:48

Sehr erfreulich diese Krise. Endlich merkt man das in Österreich viel zu investieren gibt, leider erst nachdem das Geld weg war.
Haussanierungen wären auch noch ganz wichtig im Konjunkturpaket.

asinus 
18.01.2009 01:30

Die harten Zeiten dauern vor allem für die Pendler schon lang genug; man sieht auch kaum Arbeiter auf den Baustellen in den Bahnhöfen. Südtirolerplatz ist ein Beispiel dafür....und der größte Nachteil sind die schlechten Informationen und die kleinen Katstrophen beim Krisenmanagement, wenn eine Streckenstörung ist. Da weiß oft niemand davon. Habe alles schon erlebt.

Curd Hombre
05.02.2009 14:57
Es gibt bei der Bahn kein Krisenmanagement...

...leider!

Kell 
17.01.2009 20:19
In der Zeichnung fehlt die Bosruk-Tunnel Sanierung

Das hat ja eine fast halbjährliche Sperre der Phyrnbahn zwischen Selzthal und Spital a. Phyrn zur folge.

helmut kukacka
17.01.2009 22:40
wer braucht die phyrnbahn

es wird erstens nur das gemacht das die eu in ihren richtlinien und verkehrskonzepten vorsieht und zweitens das, die poor (hubers firma ) dringend an aufträgen braucht... und mit dem umbau neubau des wiener zentralbahnhofes ist soviel marie verbraucht worden das für graz (bahnsteige ) bruck bahnhof oder neue gleisanlagen auf der total überalterten südbahn oder all die sorgen die ihr habt, kein geld übrig ist... ausserdem hat huberle und seine freunde einiges verspielt... ich denke, an den schulden die uns der herr schüssel und seine politik hinterlassen haben werden auch noch unsere enkerl knabbern.. deshalb
gegrüsst sei jesus und maria und ihr armen sünder

Def. Izit 
18.01.2009 11:51
Verbindungen zwischen Donau-, Mur- und Drautal

sind Hauptverkehrsachsen für Personen und Güter in den Südosten Europas und nicht nur zwischen Linz/Salzburg und Graz/Klagenfurt.

helmut kukacka
18.01.2009 23:03
was ihr braucht

ist nicht wirklich thema. thema ist wie schnell und kostengünstig werden güter tranportiert. ohne viel aufwand. seht euch auf der eu seite mal den europäischen verkehr und seine achsen an... da gibts kein murtal drautal... da kommt die donauachse und die tauernachse vor.. also seht endlich ein das es nur das gibt was die grossen schwarzen oder cdu csu herrn lobbyisten wollen ...
vielleicht kommen wieder mal die zeiten wo auch das humane das soziale oder einfach das logische zählen.
gegrüsst sei jesus und maria und ihr armen sünder

guardian313 
18.01.2009 11:02
ich brauche die phyrn bahn, und das schon mein ganzes Leben lang

helmut kukacka
18.01.2009 23:36
da hab ich einige links

um euch einige infos zukommen zu lassen .... lesen müsst ihr selber...
ihr seid warscheinlich bis zur eu wahl damit beschäftigt.. nur damit ihr wisst wie wichtig es ist die richtige lobby dort sitzen zu haben...

http://europa.eu/scadplus/... l24094.htm

Eisenbahnverbindung Athen-Sofia-Budapest-Wien-Prag-Nürnberg/Dresden
Eisenbahnverbindung Paris-Stuttgart-Wien-Bratislava

http://europa.eu/scadplus/... s13000.htm

"es lebe der neoliberalist Grasser Schüssel Bartenstein"

gelobt sei jesus und maria und ihr armen süder

Kell 
19.01.2009 07:46

erwarten sie ernsthaft ich soll über Wien nach Linz fahren von Graz aus. Und btw wie kann man nur SO einen Nick verwenden? (Ausgenommen sie sind Wirklich besagter Herr was ich nicht wirklich glauben kann)

Kell 
18.01.2009 08:08

Ich brauch sie zum Bleistift, weil ich jede Woche von Graz nach Linz fahre.

cybermen 
17.01.2009 17:05
eine neue Innovation der ÖBB

in kleineren Bahnhöfen gibt es keine Auslandstickets mehr.

Altenative dazu ist die Tel. 05-17-17 (zum Ortstarif, Billa wird demnächst auch Eintritt verlangen, damit wir etwas kaufen dürfen), allerdings nicht vor Reiseantritt am Schalter abholen sondern nach Anruf sofort zum Bahnhof düsen.

es geht nichts über eine mühselig eroberte Mitfahrgenehmigung, egal was es kostet, wer einmal den Service der ÖBB genossen hat will ihn nicht mehr missen.

Haberzettels Eingreiftruppe zur Fahrgastbekämpfung, eine Elitetruppe der ÖBB, ist derzeit siegreich im Kampf um die Subventionen der Steuerzahler.

Quim Barreiros
17.01.2009 19:46

Das sind Bahnhöfe, wo man den Schalter gesperrt hat und nur mehr ein Automat steht, oder?

cybermen 
17.01.2009 20:13
Nein, das sind kleine besetzte Bahnhöfe

lt. Auskunft der ÖBB:

die dortigen Bahnhofsvorsteher, die auch den Fahrkartenverkauf abwickeln, werden nicht mehr weiter im Verkauf von Auslandsfahrkarten geschult (wer hätte das gedacht?)

somit bekommen Sie dort zwar jede Inlandsfahrkarte, die Karte von Braunau nach Passau oder Windischgarsten - Udine müssen Sie telephonisch beantragen.

Quim Barreiros
18.01.2009 18:10

Ah. Ich verstehe. Eine Nachwirkung der Zerteilung der ÖBB in Teilgesellschaften ist das.
Die Fahrdienstleiter in den kleinen Bahnhöfen arbeiten für ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und verkaufen für ÖBB-Personenverkehr AG Fahrkarten. Damit sie das tun, muss PV an IB Geld zahlen. Und scheinbar hatte PV keine Lust (oder kein Geld?) mehr, die Mitarbeiter einer anderen Firma auf ihre Kosten fortzubildern.
Kundenfreundlich ist das jedenfalls nicht - in kleinen Orten wird es immer schwieriger, an Auslandsfahrkarten zu kommen.

cybermen 
18.01.2009 18:27
wir sprechen hier von einem staatlichen Monopolbetrieb, der mit den Geldern des Steuerzahlers erhalten wird.

ob Zerteilung in Teilgesellschaften oder nicht, es agiert immer noch der alte Geist der faulen beamteten Mittelschicht samt mangelnder Ausbildung und realitätsnahem Kundendenken.

Quim Barreiros
19.01.2009 15:16

Und die Leute mit "mangeldem (...) realitätsnahem Kundendenken" müssen jetzt Kapitalismus spielen, was es nicht besser macht.

cybermen 
19.01.2009 16:47
was verstehen Sie unter "Kapitalismus spielen"

doch nicht etwa eine leistungsorientierte Tätigkeit?
doch nicht etwa einen kundenfreundlichen Verkauf?

wahrscheinlich möchten Sie einen Fahrkartenverkauf über ein stempelmarkpflichtiges Gesuch zur Ausstellung einer Mitfahrberechtigung.

die DDR existiert nur mehr in den Köpfen mancher ewiggestriger ÖBBler, die geschützten Werkstätten gibts auch nicht mehr, jetzt muss nur noch der Restmüll entsorgt werden.

Quim Barreiros
20.01.2009 20:49

Nein, mit "Kapitalismus spielen" meine ich die Probleme, die Sie angesprochen haben.

Z.B. arbeitet in Mariazell ein Eisenbahner (Weichensteller), der mittlerweile nicht mehr dafür zuständig ist, Auskünfte an Fahrgäste zu geben, weil die eine ÖBB-Firma der anderen ÖBB-Firma dafür kein Geld zahlen will. Früher wäre das kein Problem gewesen.

Auch wenn ich ein großer Freund von ordentlicher Buchhaltung bin und die "alte" ÖBB-Struktur deutlich weniger transparent war als die jetzige, muss ich leider feststellen, dass mit Schüssels Bahnreformen vieles nicht besser wurde.

Hans-Jörg Schwabel
18.01.2009 13:12
Braunau-Passau

ist nur dann eine Auslandsfahrkarte, wenn man die Reise über Simbach-Mühldorf durchführt. Passau Hbf. ist ein ÖBB-Tarifpunkt!

Aber die Strecke fahren Sie doch bestimmt mit dem Auto, oder?

helmut kukacka
18.01.2009 23:13
du bist wirklich von einem

anderen stern... ich glaub an dir sind die letzten 9 jahre spurlos vorüber gegangen.. du hast warscheinlich einen langen winterschlaf gehalten also ist es dir zu verzeihn.. oder warst du so lange in luxenburg die kohle zählen die die neoliberalisten geschaufelt haben??

Linksverdreher
17.01.2009 16:36

Egal was viele Poster hier sagen: Ich freu mich auf die Bahnhöfe in ein paar Jahren. Allein wenn ich mir anschau was in die Bahnhöfe auf der Wiener S-Bahnstrecke in den letzten Jahren investiert wurde. Meidling, Südtiroler Platz, Rennweg, Praterstern, Traisengasse... alles demnächst moderne und fortschrittliche Bahnhöfe, ich freu mich drauf :)

asinus 
18.01.2009 01:31

Demnächst???

Quim Barreiros
17.01.2009 19:48

Ich nicht. Sie sind zwar schön anzusehen, aber nur sehr schwer erweiterbar. Die Kapazitäten für zusätzliche Züge sind nicht da bzw. werden sie gerade mutwillig kaputt gemacht.

Karl Krammer
17.01.2009 18:12
ich fahre auch öfter zum Bahnhof,

mit dem Auto, um dort am Sonntag beim Billa einzukaufen.

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