"Hubble" erspäht seltenes Phänomen im Sternbild Schiffskompass

18. Jänner 2009, 19:42
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Offener Sternhaufen NGC 2818 ist alt genug, dass einer seiner Sterne einen planetarischen Nebel ausbilden konnte

Baltimore - Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat einen ungewöhnlichen planetarischen Nebel in der Milchstraße fotografiert. Der rund 10.000 Lichtjahre entfernte Gasnebel mit der Katalognummer NGC 2818 befinde sich innerhalb eines offenen Sternhaufens im Sternbild Schiffskompass (Pyxis) am Südhimmel, berichtete das Institut für Weltraumteleskop-Wissenschaft in Baltimore.

Planetarische Nebel haben ihren Namen von ihrer Erscheinung in frühen Teleskopen: Dort ähnelten die milchigen Flecken optisch den Planetenscheiben - in Wahrheit sind sie aber die abgestoßenen Gashüllen ausgebrannter Sterne, typischerweise Milliarden Jahre alt. Offene Sternhaufen dagegen sind in kosmischen Maßstäben normalerweise relativ kurzlebige Gebilde, in denen neue Sterne entstehen, und die sich in einigen hundert Millionen Jahren auflösen: Meistens bestehen sie also nicht solange, als dass einer ihrer Sterne dazu käme, einen planetarischen Nebel auszubilden. Beobachtungen wie die aktuelle seien daher sehr selten, erläuterten die Astronomen. Der Sternhaufen NGC 2818 sei mit fast einer Milliarde Jahre besonders alt.

Auch unsere eigene Sonne wird in etwa fünf Milliarden Jahren ihre äußere Hülle als planetarischen Nebel abstoßen. Übrig bleibt ein sogenannter Weißer Zwerg, der über die Jahrmilliarden langsam verblassen wird. (APA/dpa/red)

  • Auf der "Hubble"-Aufnahme leuchtet Stickstoff in Rot, Wasserstoff in Grün und Sauerstoff in Blau.
    foto: nasa, esa, and the hubble heritage team (stsci/aura)

    Auf der "Hubble"-Aufnahme leuchtet Stickstoff in Rot, Wasserstoff in Grün und Sauerstoff in Blau.

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