Philosophieren aus Liebe zur Weisheit

16. Jänner 2009, 18:16
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Was ist Vernunft? Gibt es einen Gott? Wie sehr ist der Mensch für seine Taten verantwortlich? Diese und unzählige weitere schwierige Fragen über das Leben stellen sich Philosophen seit Jahrtausenden

Frage: Wer ist ein Philosoph?

Antwort: Das Wort Philosophie stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Liebe zur Weisheit". Der Philosoph beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen des menschlichen Daseins. Er fragt sich etwa, was Vernunft ist, ob es Gott gibt, was den Menschen ausmacht, was die Seele ist - und vieles mehr. Beispiele für besonders bekannte Philosophen sind Platon, Immanuel Kant und Jean-Paul Sartre. Platon, der im antiken Griechenland lebte, sagte, dass die Dinge vom Wesen her schon bestimmt seien. Er meinte damit, dass zum Beispiel die Idee vom Regalbrett quasi schon in dem Stück Holz existierte, aus dem es dann geschaffen wurde.

Frage: Kann man Philosophieren lernen?

Antwort: Philosophie ist ein Schul- und ein Studienfach, aber der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) meinte, Philosophie lasse sich nicht lernen: "Denn wo ist sie, wer hat sie im Besitze, und woran lässt sie sich erkennen?" Kant hat sich ganz grundlegende Fragen gestellt, etwa was Vernunft ist, was sie kann und was Erfahrungen und Erkenntnisse sind. Er sagte, dass jeder Mensch verantwortlich ist für seine Taten. Von ihm stammt der "kategorische Imperativ". Das ist eine Art Generalisierung des moralischen Leitspruchs "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andren zu." Über Verantwortung philosophierte auch der Franzose Jean-Paul Sartre (1905- 1980). Sein Hauptwerk heißt Das Sein und das Nichts.

Frage: Wer ist ein noch lebender Philosoph?

Antwort: Einer der berühmtesten Philosophen der Gegenwart ist der deutsche Denker Jürgen Habermas. Er beschäftigt sich unter anderem damit, welche Rolle der Kommunikation in unserer demokratischen Gesellschaft zukommt. (Gudrun Springer/DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.1.2009)

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