Stellenabbau bei Hirschmann Automotive

16. Jänner 2009, 19:08
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Kurzarbeit für 230 Vorarlberger Mitarbeiter, in Tschechien müssen bis zu 120 Beschäftigte gehen

Bregenz - Der Vorarlberger Automobilzulieferer "Hirschmann Automotive GmbH" plant Kurzarbeit für rund 230 Mitarbeiter am Hauptsitz Rankweil (Bezirk Feldkirch), im Produktionswerk in Tschechien müssen voraussichtlich 100 bis 120 Mitarbeiter abgebaut werden. "Die Auftragsrückgänge der Automobilindustrie zwingen uns dazu", erklärten die Hirschmann-Geschäftsführer Volker Buth und Thomas Mayer die Maßnahmen am Freitag in einer Aussendung.

Rund 40 Prozent der insgesamt rund 550 Beschäftigten am Standort Rankweil sollen spätestens ab Mitte Februar für drei bis sechs Monate kurzarbeiten. Betroffen seien die Produktion und einige nachgelagerte administrative Bereiche wie Einkauf, Personal und Buchhaltung. Die Kurzarbeit bietet die beste Lösung, um die Arbeitsplätze zu erhalten und die momentane Krise zu überwinden", so Buth. Im vergangenen Quartal habe es einen starken Auftragseinbruch gegeben, der sich praktisch zeitgleich auf die Produktion ausgewirkt habe. "Nachdem unsere Kunden zum Premium-Segment der deutschen Automobilindustrie gehören, sind wir von deren Entwicklung direkt betroffen", erklärte der Geschäftsführer. Daimler habe bekanntlich bereits an mehreren Standorten in Deutschland Kurzarbeit angemeldet.

Aufträge blieben aus

Derzeit führe man in Vorarlberg Gespräche mit den Sozialpartnern, um eine rasche Lösung zu finden und so Kündigungen zu vermeiden. Eine Weichenstellung in die richtige Richtung habe bereits der Autogipfel auf Bundesebene gebracht, bei dem flexiblere Regelungen für Kurzarbeit angekündigt wurden, so Buth. Der Ausgang der Gespräche in Rankweil hänge "von der Flexibilität der Gewerkschafter ab", erklärte Mayer. In Tschechien gebe es keine gesetzliche Möglichkeit zur Kurzarbeit, daher werde man sich dort voraussichtlich von 100 bis 120 Mitarbeitern trennen müssen.

Man hoffe, dass Hirschmann dann "aus dem Gröbsten raus" sein werde, "aber es lässt sich derzeit einfach nicht sagen", so Mayer. Buth rechnete jedoch damit, dass die ausgebliebenen Bestellungen der Automobilindustrie in den kommenden Monaten zumindest teilweise nachgeholt werden. Positiv werden sich laut Buth auch Großaufträge auswirken, die Ende 2009 im Werk Rankweil anlaufen sollen, etwa ein Auftrag im Bereich Sensorik von über 45 Mio. Euro. Die Flaute in der Produktion will Hirschmann auch dazu nutzen, Innovationen in der Entwicklung voranzutreiben. Man wolle einen Vorsprung schaffen, um beim nächsten Aufschwung vorne mit dabei zu sein.

Hirschmann beschäftigt in Rankweil, Vsetin (Tschechien) und Tirgu Mures (Rumänien) insgesamt rund 1.480 Mitarbeiter. 2007 wurde ein Umsatz von 110 Mio. Euro (plus 17 Prozent gegenüber 2006) erzielt. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer Umstrukturierungsphase: Anfang 2008 begann die Firma damit, in Vorarlberg 120 Mitarbeiter abzubauen und ihre Stellen nach Rumänien auszulagern, Rankweil wurde zum Hochtechnologiestandort ausgebaut. Seit 2003 gehört Hirschmann der Privatstiftung der Brüder Franz und Roman Rauch, den bekannten Fruchtsaft-Herstellern. (APA)

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