Höherer Preisdruck am IT-Projektmarkt

16. Jänner 2009, 16:49
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Die Auftragslage für freiberufliche IT-Fachkräfte ist noch zufriedenstellend, in einzelnen Bereichen ist die Krise aber schon spürbar

Die Auftragslage für freiberufliche IT-Fachkräfte ist noch zufriedenstellend, in einzelnen Bereichen ist die Krise aber schon spürbar, so das Ergebnis einer Joinvision-Studie. Ein Rückgang des Stundensatzes wird für 2009 erwartet.

Gute IT-Mitarbeiter sind auf dem Markt noch immer schwer zu finden, allerdings werden neue IT-Projekte verstärkt angestellten Mitarbeitern überantwortet, so lautet das Ergebnis einer Studie von joinvision.com über den heimischen Projektmarkt für IT-Freelancer. Für das kommende Jahr werde der Preisdruck auf Freiberufler weiter steigen. Denn bei notwendigen Einsparungsmaßnahmen wollen die Unternehmen und Projektanbieter primär bei externen Fachkräften sparen.

Die wichtigsten Projektanbieter stammen aus dem Finanzdienstleistungssektor, dem öffentlichen Dienst und der Telekommunikationsbranche. Abgesehen vom Finanzdienstleistungssektor, wo mit einem starken Rückgang des IT-Projektgeschäftes gerechnet wird, werden laut Erhebung insgesamt keine dramatischen Auftragsrückgänge erwartet. Denn auch bei der Suche nach Einsparungspotenzialen in den Unternehmen gibt es sowohl bei der Ist-Erhebung als auch bei der Definition und Umsetzung von neuen Prozessen ein breites Betätigungsfeld für freiberuflich Tätige.

Fehlendes Know-how

In 30 Prozent der Fälle sei fehlendes Know-how in den eigenen Reihen die Ursache für die Beschäftigung von externen Fachkräften, und dieses Fehlen werde sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht auflösen. Laut Studie sind es in erster Linie drei Bereiche, in denen externes Wissen vermehrt nachgefragt sein wird: Im Vordergrund stehe das ingenieurmäßige Entwickeln von Software-Applikationen, gefolgt vom Bereich SAP, wo praktisch Spezialisten für alle gängigen Module nachgefragt sein werden, und dem Bereich der Technologien Business-Intelligence/Data-Warehousing.

Das Haupttätigkeitsgebiet von IT-Freiberuflern werde auch im Jahr 2009 die Softwareentwicklung sein. 2008 war dies mit einem Anteil von 28 Prozent mit Abstand der größte Auftragsbereich. Bei der Vergabe von Projekten ist gegenwärtig ein Trend in Richtung Internationalität erkennbar. Etwa ein Drittel aller Bewerbungen auf ein ausgeschriebenes Projekt in Österreich kommt von ausländischen Kandidaten. Von diesem Drittel sind wiederum ca. 40 Prozent aus Deutschland, weitere 40 Prozent aus den osteuropäischen Staaten und der Rest aus anderen Ländern.

Die Auftragsrate für ausländische Kandidaten ist jedoch etwas geringer. Die Hauptgründe dafür sind bei deutschen Kandidaten der durchschnittlich etwas höhere Stundensatz und bei den anderen Kandidaten das Sprachenproblem. Noch immer sind gute Deutschkenntnisse bei vielen Projekten ein unbedingtes Muss. (ost/DER STANDARD; Printausgabe, 17./18.1.2009)

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