Festival des religiösen Tourismus in Rom

16. Jänner 2009, 17:09
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Pilgerreisen sind hoch im Kurs wie nie. Jährlich besuchen Millionen Menschen Pilgerstätten oder verbringen Zeit in einem Kloster

Rom - In Krisenzeiten boomt der religiöse Tourismus. Während der normale Fremdenverkehr sinkende Zahlen meldet, wurde in Italien 2008 ein Zuwachs der Pilgerreisen von 37 Prozent verzeichnet. Das Angebot an religiösen Reisen wird immer breiter. Deshalb findet in Rom diese Woche das internationale Festival "JOSP, Rundgänge der Seele" statt, das vom vatikanischen Pilgerbüro organisiert wurde, um das vielfältige Angebot an religiösen Reiseziele vorzustellen.

50 Prozent mehr Pilgerreisen

Das vatikanische Pilgerbüro "Opera Romana Pellegrinaggi" (ORP) meldete ein Plus von 50 Prozent bei Reisen zu den bekanntesten Pilgerorten. "Wir haben unsere Kommunikationsstrategie geändert. Die Reisenden werden immer von einem Priester und von einem Laien begleitet", so Caesar Atuire, Geschäftsführer der ORP. Eine Pilgerreise ist eine Erfahrung, die uns in Bewegung setzt. Die äußerliche Bewegung genügt jedoch nicht, wenn nicht unsere Seele angesprochen wird. Es ist wichtig, dass eine Reise auch das Spirituelle im Menschen anspricht", erklärte Atuire.

"Journey", "World" und "Meet" in Rom

Das Festival auf dem neuen Messegelände in Rom ist in vier Pavillons gegliedert. Die Abteilung "Italy" wurde in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsverband ENIT konzipiert und erscheint wie ein großer mittelalterlicher Platz; "Jouney" ist den spirituellen Reiserouten gewidmet; "World" beinhaltet einen technologischen und multimedialen Bereich und ist vor allem für die Operators gedacht; "Meet" ist der Pavillon für junge Menschen und den Bereich Ausbildung.

Dialog fördern, andere Zivilisationen kennen lernen

Ziel des Festivals ist es, Pilger zum Besuch der größten Wallfahrtsorte in Europa und im Nahost anzuregen. "Wir wollen den Dialog zwischen verschiedenen Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Religionen fördern. Reisen sollen eine Gelegenheit werden, andere Länder und Zivilisationen kennenzulernen", so Atuire. Vorgestellt werden unter anderem die neuen Angebote des vatikanischen Pilgerbüros. Der OPR hat ein Abkommen mit der privaten italienischen Fluggesellschaft Mistral Air abgeschlossen und organisiert vom römischen Flughafen Ciampino Charterflüge nach Lourdes gestartet. Geflogen wird an Bord von Charter-Maschinen mit gelb-weißer Flagge, den Farben des Vatikans. Die Maschinen sind an einem Logo mit dem Motto "Ich suche Dein Antlitz, mein Herr!", zu erkennen.

"Wir wollen der zunehmenden Nachfrage nach Pilgerreisen entgegenkommen. Immer mehr Menschen wollen Orte wie Lourdes, das Heilige Land, Fatima, Santiago di Compostela, sowie Tschenstochau (Czestochowa) in Polen besuchen", erklärte Atuire.

4,5 Millionen Besucher jährlich in Padua

Zu den bekanntesten Pilgerorten zählt in Italien die Basilika des Heiligen Antons in Padua, die jährlich von 4,5 Millionen Menschen besucht wird. Sechs Millionen Pilger besuchen die Abtei des Heiligen Franziskus in Assisi. Loreto in der mittelitalienischen Region Marke, wo sich laut Tradition das Haus der Mutter Gottes befindet, wird jährlich von 4,5 Millionen Menschen besucht. Hoch im Kurs ist auch San Giovanni Rotondo, wo der Kapuzinermönch Padre Pio mehrere seiner Wunder bewirkte. Die Ortschaft in der süditalienischen Region Apulien wird jährlich von neun Millionen Menschen frequentiert.

Mindestens 10.000 Menschen pro Jahr verbringen eine gewisse Zeit in Klöstern. Für die italienische Bischofskonferenz ist die Öffnung der Refugien für einen größeren Personenkreis eine positive Entwicklung, die auch dem Christentum an sich zum Vorteil gereicht. Schließlich sind die von den "Alternativ-Touristen" angestrebten Ideale genau das, was die Religion - unter anderem - immer predigt. (APA)

 

Informationen:
JOSP, Rundgänge der Seele
Opera Romana Pellegrinaggi (it)

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    Pilgerreisen boomen. Mit einem eigenen Festival kommt man der Klientel entgegen.

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