Islamisten drohen Mädchen bei Schulbesuch mit Tod

16. Jänner 2009, 16:06
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Zehntausenden Schülerinnen und Schülern in Pakistan droht Unterrichtsausfall

Peshawar - Nach Todesdrohungen radikaler Islamisten gegen Mädchen, die zur Schule gehen, könnte im Nordwesten Pakistans der Unterricht für zehntausende von Schülern für längere Zeit ausfallen. Rund 400 Privatschulen im Swat-Tal werden nach den Winterferien im kommenden Monat wahrscheinlich nicht wiedereröffnen, wie das Erziehungsministerium am Freitag mitteilte. Von den Schließungen sind den Angaben zufolge etwa 50.000 Schüler betroffen.

Der Verband der Privatschulen im Swat-Tal reagierte nach eigenen Angaben mit der Ankündigung auf die Drohungen radikaler Islamisten vom Donnerstag, alle Mädchen zu töten, die zur Schule gehen. Außerdem hatte die Gruppe gedroht, sämtliche Schulen in die Luft zu sprengen, an denen Mädchen eingeschrieben sind.

Das idyllische Swat-Tal war früher eine beliebte Urlaubsregion Pakistans. Seit einiger Zeit kämpfen dort aber Radikale um den Geistlichen Maulana Fazlullah für die Einführung des islamischen Scharia-Rechts. Fazlullah unterhält enge Kontakte zu den pakistanischen Taliban. Seine Anhänger haben in den vergangenen Monaten in der Region fast 170 Schulen gesprengt, darunter mehr als 100 Mädchenschulen. (APA/AFP)

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