Aufsteiger überrascht sich nur noch selbst

16. Jänner 2009, 15:30
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Carlo Janka holt in der Superkombi ersten Lauberhorn-Triumph der Eidgenossen seit 2003 - Raich Siebenter, Tiroler lässt Abfahrt aus

Wengen - Das Heim-Wochenende in Wengen hat für die Schweizer Ski-Herren am Freitag traumhaft begonnen. Der 22-jährige Senkrechtstarter Carlo Janka sorgte in der Super-Kombination auf dem Lauberhorn für einen Heimsieg, hinter dem Südtiroler Peter Fill ging Rang drei an Silvan Zurbriggen und damit ebenfalls an die Schweiz. Für die Eidgenossen war es der erste Wengen-Triumph seit sechs Jahren, am 16. Jänner 2003 hatte Bruno Kernen die Abfahrt gewonnen.

Für Österreich verlief der Freitag enttäuschend. Benjamin Raich, der schön fünfmal einen Weltcup-Bewerb in Wengen gewonnen hat, belegte als bester ÖSV-Athlet Rang sieben, führt aber immerhin weiter den Gesamt-Weltcup an. Ansonsten bestritt aus rot-weiß-roter Sicht nur Romed Baumann die Kombi ernsthaft, für den Tiroler schaute aber nur Platz 16 heraus.

Testfahrten für Maier und Walchhofer

Hermann Maier und Michael Walchhofer absolvierten lediglich die Abfahrt aufgrund von Testzwecken für Samstag, Peter Struger und Joachim Puchner (Weltcup-Debüt) schieden im Slalom aus. Einen möglichen Podestplatz hat Raich mit einem schweren Fehler im Slalom vergeben. "Mich hat es im Steilen ausgehoben, dadurch habe ich die Linie und viel Zeit verloren. Der Sieg wäre heute aber nicht drinnen gewesen", meinte der Pitztaler, der nach der Abfahrt auf Rang 17 gelegen war.

Im Anschluss an die Kombi gab Raich bekannt, dass er die Spezial-Abfahrt am Samstag auslassen wird. "Ich werde pausieren und einen ruhigen Tag verbringen", erklärte der 30-Jährige, der dann wieder am Sonntag im Slalom ins Geschehen eingreifen wird. Teamkollege Baumann war von seiner Vorstellung völlig enttäuscht: "Bei mir ist derzeit ziemlich der Wurm drinnen."

Janka "überrascht sich selbst"

Ganz anders klangen natürlich die Worte von Sieger Janka, der nach dem Val d'Isere-Riesentorlauf im Dezember 2008 seinen zweiten Weltcup-Erfolg feierte. "Ein Heimsieg macht besonders viel Freude. Aber ich habe heute sogar mich selbst überrascht", meinte Janka, der bereits in der Abfahrt als Zweiter hinter Landsmann Daniel Albrecht überzeugt hatte. Albrecht vergeigte im Slalom seine Führung und landete schließlich auf dem sechsten Endrang.

Dass er selbst und Albrecht nun auch am Samstag in der Spezial-Abfahrt zu den Topfavoriten gehören, glaubte Janka nicht. "Am Samstag gibt es deutlich mehr Gleitpassagen, da sieht die Sache wahrscheinlich wieder ganz anders aus."

Auch der drittplatzierte Zurbriggen genoss das Gefühl, bei einem Heimrennen auf dem Podium zu stehen. Für Zurbriggen war es vor allem eine Befriedigung für das vergangene Wochenende, als die Schweizer bei den Heimrennen in Adelboden ohne Podestplatz und im Slalom sogar ohne Top-30-Ergebnis geblieben waren.

"Wir haben uns für Wengen sehr viel vorgenommen und es toll umgesetzt. Wir sind mit viel Wut im Bauch gefahren", gestand Zurbriggen. Für den zweitplatzierten Fill ist das Lauberhorn die Lieblingsstrecke, der Südtiroler hat drei seiner bisher neun Podestplätze im Weltcup in Wengen erobert.(APA)

 

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    Die Fans tragen Janka zum Sieg.

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