Familie bekommt 22.300 Euro Entschädigung für totes Kinder

16. Jänner 2009, 15:03
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Sie verzichtet dafür auf ihr Klagerecht

Peking - Im Skandal um verseuchte Milchprodukte in China haben die Eltern eines der verstorbenen Kinder in der Provinz Gansu 200.000 Yuan (22.300 Euro) als Entschädigung erhalten. Das Paar habe die Zahlung des Herstellers Sanlu angenommen, erklärte ihr Anwalt Dong Junming am Freitag. Damit verzichte die Familie auf ihr Klagerecht. Der sechsjährige Sohn des Bauernpaars aus der armen Provinz starb im Mai an Nierenversagen, das von der verseuchten Milch verursacht wurde.

Im Dezember hatten die chinesische Molkereivereinigung und die 22 in den Skandal verwickelten Milchfirmen einen Entschädigungsplan vorgelegt. Demnach sollen Familien verstorbener Kinder 200.000 Yuan erhalten, schwer erkrankte Kinder 30.000 Yuan, leichtere Fälle 2.000 Yuan. Weitere 200 Millionen Yuan sollen in einen Fonds fließen, um medizinische Folgekosten abzudecken. Die Eltern einiger betroffener Kinder haben diesen Plan als unzureichend zurückgewiesen. Sie schlossen sich zusammen, um rechtliche Schritte einzuleiten.

Ein weiterer Anwalt des Paars aus der Provinz Gansu sagte, in der armen Provinz hätte eine Klage wenig Aussicht auf Erfolg gehabt. In besser entwickelten Regionen sei die von den Firmen angebotene Entschädigung aber möglicherweise nicht ausreichend. Laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua nahmen mehr als 3.000 Familien in Shijiazhuang, der Hauptstadt der Provinz Hebei, das Entschädigungspaket inzwischen an. Dort hat Sanlu seinen Sitz. Über den Umfang der Zahlungen wurde nichts mitgeteilt.

Mit der Chemikalie Melamin verseuchte Milchprodukte werden für den Tod von mindestens sechs Babys und die Erkrankung von rund 300.000 Kindern verantwortlich gemacht. Ende Dezember wurden deswegen laut einem Bericht von Xinhua noch 861 Kinder in Krankenhäusern behandelt. (APA/AP)

 

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