"Könnte eigentlich abreisen"

16. Jänner 2009, 14:33
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Salzburger nach verpatzter Generalprobe und 3,17 Sekunden Rückstand frustriert - Auch Walchhofer unzufrieden: "So geht es nicht"

Wengen - So hatten sich Österreichs Abfahrtsasse die Generalprobe für den Klassiker in Wengen nicht vorgestellt. Einen Tag vor der Spezial-Abfahrt am Samstag rissen Michael Walchhofer und Hermann Maier bei der Abfahrt der Super-Kombination große Rückstände auf. "Eigentlich könnte ich abreisen", meinte Maier angesichts des gewaltigen Rückstands von 3,17 Sekunden auf den überraschenden Abfahrtsschnellsten Daniel Albrecht (SUI).

Wirklich abreisen wird Maier aber natürlich nicht, der Salzburger Wengen-Sieger 1998 geht am Samstag wie geplant in die mit 4,48 km längste Abfahrt des Weltcups. "Weil daheim wäre ich schwer gefährdet, in einem Einkaufszentrum Frust-Shopping zu betreiben."

Angesichts der aktuellen Abfahrtsform denkt Maier ein wenig wehmütig an seine großen Abfahrertage zurück. "Erst am Donnerstag habe ich wieder die Bilder von meinem Sieg hier gesehen, da war ich in einer unglaublichen Verfassung." Über seinen Rückstand am Freitag meinte Maier: "Wahnsinn, unglaublich. Dabei habe ich mich während der Fahrt nicht schlecht gefühlt", erklärte der 36-Jährige, der seinen Gemütszustand dennoch nicht als ratlos bezeichnen wollte.

"Ich bin nicht ratlos, weil ich es ja schön langsam gewohnt bin, dass es bei gewissen Verhältnissen dahin geht bei anderen überhaupt nicht." Weit weniger Rückstand, aber nicht weniger unzufrieden war Landsmann Walchhofer, der 1,38 Sekunden auf Albrecht verlor. "Von der Spannung her wollte ich heute schon voll attackieren, aber die Fahrt hat überhaupt nicht funktioniert. So geht es auf jeden Fall nicht."

Walchhofer griff am Freitag zum Experimentieren zu einem neuen Ski und hofft, dass dieser der Hauptgrund für den Rückstand auf seinen Schweizer Atomic-Stallgefährten Albrecht war. "Aber ich weiß schon, welchen Ski ich im Rennen nehmen werde." Vom Aufbau hier wird der Ski ähnlich wie jener vom jüngsten Gröden-Sieg sein.

Gar nicht am Start war am Freitag Klaus Kröll, der sich am Donnerstag bei einem schweren Trainingssturz das rechte Handgelenk geprellt hatte, am Samstag jedoch unbedingt starten möchte. Am Freitag machte Kröll, der die Super-Kombi vom Zielraum aus verfolgte, vor allem der stark geschwollene rechte Daumen zu schaffen. "Es ist eher schlechter als gestern. Aber mit Schmerzmitteln sollte es gehen." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hermann Maier kommt im Schatten der Eigernordwand nicht so richtig in die Gänge.

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