Diskussion um Uni-Budget

SPÖ schlägt sich auf Seite der Unis

16. Jänner 2009, 14:13

Auch Grüne und FPÖ fordern "Einhalten der Zusagen" und "Investition in die Zukunft"

Graz - Erstmals hat sich nun auch die SPÖ in die Diskussion um die Finanzierung der Universitäten eingeschalten: SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl unterstützte am Freitag in einer Aussendung die "berechtigten Anliegen" der Hochschülerschaft und der Universitätskonferenz und appellierte an den Finanzminister, "ausreichend Budgetmittel für die Unis zur Verfügung zu stellen" und "den Zukunftssorgen der Studierenden und Lehrtätigen Rechnung zu tragen". Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssten Unis finanziell auf sichere Beine gestellt werden, "damit das geistige Kapital auch in Zukunft genügend unterstützt wird".

Für Kuntzl ist es völlig klar, dass angesichts der wirtschaftlich dramatischen Situation besonnen mit Budgetmitteln umgegangen werden müsse. Sie verwies aber auf einen einstimmigen Entschließungsantrag des Nationalrates von November 2007, in dem eine Erhöhung der Budgets für den tertiären Bildungssektor auf zwei Prozent des BIP beschlossen wurde. In dem damaligen Entschließungsantrag ist allerdings das Zieljahr 2020 noch genannt, im neuen Regierungsprogramm fehlt dieses.

FP-Graf: "Scherbenhaufen"

FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf sieht die Koalition schon vor Beginn der Budgetverhandlungen "vor dem Scherbenhaufen ihrer verfehlten Universitätspolitik stehen". Wenn die Rektoren Mitarbeiter und Studenten um Hilfe gegen die Regierung bitten müssten, werfe das "ein bezeichnendes Licht auf die Wertschätzung, die diese Kuschelkoalition der Wissenschaft und den Universitäten entgegenbringt". Die Regierung sei einfach nicht bereit in die Zukunft zu investieren. Im September seien vom Parlament klare Beschlüsse gefasst, an die sich die Koalition gefälligst halten solle, erklärte Graf, nach dessen Berechnungen der Ausfall durch die Ausnahmen bei Studiengebühren nur 50 Mio. und nicht 150 Mio. Euro beträgt.

Auch für den Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, geht es nicht an, "dass Parlamentsbeschlüsse negiert und bereits geplante und zugesagte Finanzierungsmodelle von heute auf morgen nicht mehr eingehalten werden". In Zeiten der Rezension seien Investitionen in Forschung und Entwicklung der richtige Weg. Die Forschungssprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker, warf der Regierung "strategieloses und kurzsichtiges Handeln in Forschungsfragen vor, das die Zukunft Österreichs gefährdet". Die Forschungseinrichtungen und die Wirtschaft würden über die budgetären Pläne der Regierung völlig im Dunklen gelassen, dementsprechend groß sei die Verunsicherung, forderte Lichtenecker die Bekanntgabe der F&E-Ausgaben. (APA)

Kommentar posten
18 Postings
no ja
02
17.1.2009, 11:54
Die Realität ist das Ergebnis menschlichen Handelns

aber nich immer die Absicht des menschlichen Handelns

der Populismus eines Wahlkampfs weicht jetzt der Realität: administratives chaos, magelnde Budget(abstimmung), eine ratlose SP (daher Kehrtwendung), (Wissenschaft und Finanz ist schwarz, der Populismus im Wahlkampf war blau-rot).
und Kollektivvertrag: lästig; lieber Internetbestimmungen für Beamte erlassen: das ist politisch sinnvolles Handeln

incredibile
15
17.1.2009, 11:12
heuchlerische bande

Frostbeule
12
17.1.2009, 07:56
ausgerechnet der Herr Graf!!

er hat doch mitgestimmt an deen Gesetzen, drei Tage vor der Wahl!

Xquadrat
12
17.1.2009, 11:53
Es ist erbärmlich, dass man hier herinnen Typen wie den Herrn Graf verteidigen muss!

Sie haben den Artikel nicht gelesen, oder?

quo vadis?
10
17.1.2009, 01:27
übrigens

wurde im September auch noch beschlossen, dass der Kollektivvertarg für die Unis kommt, der seit 1,5 Jahren ausverhandelt ist und seiner Finanzierung harrt


Sergio Martino
22
17.1.2009, 03:30
Beschlossen wurde gar nichts.

Sondern auch diesbezüglich gab es lediglich einen Entschließungsantrag von SPÖ, FPÖ und Grünen.

quo vadis?
00
18.1.2009, 00:07
und dieser Entschließungsantrag

wurde beschlossen; mir ist schon klar, welche rechtliche Bedeutung so ein Antrag hat, aber er wurde mit der Mehrheit der Stimmen im NR beschlossen, darum gings mir!

Schön
13
17.1.2009, 09:54
Doch!

Auch ein Entschließungsantrag wird beschlossen. Es handelt sich immerhin um Kontrollrechte des Nationalrats, die im Zusammenhang mit der Ministerverantwortlichkeit von Bedeutung sind.

quo vadis?
00
17.1.2009, 01:25
ad Kuntzl:

bitte einfach dem Chef sagen, Faymann heisst der im Moment

bringt vielleicht mehr als eine Aussendung!

Schön
21
16.1.2009, 18:00
Wenn in einem Entschließungsantrag des Nationalrats

von 200 Mio. Euro jährlich ZUSÄTZLICH und von VOLLSTÄNDIGER Finanzierung des KV im Budgte 2009 die Rede ist und Finanz- u. Wissenschaftsminister nichts davon in die Tat umsetzen, dann sind die beiden ein Fall für einen Misstrauensantrag. Sämtliche Sonntagsreden können sich sowohl die Oppositionsparteien als auch der Koalitionspartner sparen.

Sergio Martino
22
16.1.2009, 22:20
Lern' Demokratie, bevor du postest!

Ein Entschließungsantrag ist nämlich lediglich eine Art Meinungsäußerung von Nationalratsabgeordneten.
Eine bindende Wirkung ergibt sich daraus nicht. Minister sind zur Vollziehung von Gesetzen da, aber nicht zur Vollziehung von Entschließungsanträgen. In der Wikipedia steht sogar: "Der Entschließungsantrag würde einen Eingriff in die Gewaltenteilung bedeuten, wenn die Exekutive an ihn gebunden wäre." Kurz: Legislative ist nicht Exekutive. Das sollte eigentlich demokratisches Basiswissen sein.

quo vadis?
00
17.1.2009, 01:27
na wenns

im Wikipedia steht ...

Schön
22
16.1.2009, 23:36

Lies Art. 52 iVm Art. 74 B-VG und korrigiere selbständig dein unzutreffendes posting.

Sergio Martino
31
17.1.2009, 03:14
Und weiter dillettierst du fröhlich herum.

Die gründliche Ahnungslosigkeit, was ein Entschließungsantrag ist, hat doch eigentlich schon gereicht. Ich kann nur hoffen, dass du kein Jus-Student bist.

Schön
10
17.1.2009, 11:36
Auch um 3h in der Nacht

ist der Gebrauch von Frendwörtern schwierig: "dilettieren"!

Schön
10
17.1.2009, 09:51
dilettieren

mit einem "l"!

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
02
16.1.2009, 18:59

Die SPÖ wird diesen Misstrauensantrag sicherlich unterstützen. Schliesslich hat sie ja damals ebenfalls diesem Entschliessungsantrag zugestimmt und wird nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren wollen.

Renreff
07
16.1.2009, 15:05
in zeiten der rezension

ist auch der gebrauch von fremdwörtern schwieriger.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.