Bemühen um Varieté-Revival in Berlin

16. Jänner 2009, 12:14
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Hansa-Theater nach langer Schließung wiedereröffnet - Mitarbeiter wollen "Wintergarten" übernehmen

Berlin/Hamburg - Unter dem Motto "Hurra wir leben noch!" soll das Berliner Varieté-Theater "Wintergarten" durch eine Mitarbeiter-Übernahme vor der Schließung mit Ende Jänner bewahrt werden. Die 68 Mitarbeiter haben dazu jetzt Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Kultursenator um Unterstützung gebeten. Außerdem soll der Besitzer des Theatergebäudes die Miete reduzieren, wie die Mitarbeiter am Donnerstag mitteilten. Besser geht es dem Variete in Hamburg: Dort wurde Deutschlands ältestes Varieté, das Hansa-Theater, sieben Jahre nach der Schließung am Donnerstagabend wiedereröffnet.

Im Hansa-Theater ließen Jongleure, Akrobaten, Magier und eine Pudelparade die mehr als 100 Jahre alte Varieté-Tradition wieder aufleben. Durch den Abend führte der Kabarettist Heinrich Pachl. Das Theater war eine Hochburg des deutschen Varietés: Hier traten Hans Albers, Charly Wittong und Josephine Baker auf. Thomas Collien und Ulrich Waller vom St.-Pauli-Theater haben mit dem Fischereihafen Restaurant und dem Tigerpalast ein neues Konzept entwickelt, das Altes mit Neuem verbindet.

In Berlin appellierten die Mitarbeiter an den Bürgermeister auch mit dem Werbeslogan "be Berlin - be Vielfalt - be Varieté!". Sie schlugen vor, zunächst vier Wochen lang ein "Überlebensprogramm" mit dem Titel "Hurra, wir leben noch" zu spielen. Das im vergangenen Jahr in die Insolvenz gegangene Theater hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Betrieb nach über 16 Jahren einzustellen. (APA/dpa)

 

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