Maurice Chappaz 92-jährig gestorben

16. Jänner 2009, 11:46
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Der Schweizer war einer der streitbarsten Autoren des Wallis

Sitten - Der Schweizer Schrifsteller Maurice Chappaz starb am Donnerstag im Alter von 92 Jahren im Spital von Martigny, bestätigte seine Familie. Chappaz gehörte zu den bedeutendsten Autoren des Wallis, und zweifellos war er einer der Streitbarsten. Er veröffentlichte insgesamt über 40 Werke und erhielt mehrere literarische Auszeichnungen.

Gerühmt und gefeiert wie etwa an seinem 90. Geburtstag in seiner Heimatgemeinde Bagnes war Chappaz im Wallis nicht immer worden. Vor 30 Jahren, nach dem Erscheinen von "Les Maqueraux des Cimes blanches" ("Die Zuhälter des ewigen Schnees") war er von der rechtsbürgerlichen Presse als Nestbeschmutzer diffamiert worden. Chappaz hatte gegen Massentourismus, Naturzerstörung, Immobilienspekulation und mafiösen Politikerfilz protestiert.

Maurice Chappaz wurde am 21. Dezember 1916 in Lausanne als Sohn eines Anwalts geboren und wuchs in Martigny und in der Abtei von Le Châble im Val de Bagnes auf. Dem Vater zuliebe studierte er vier Semester Rechtswissenschaften, bevor er sich nach dem Erfolg seiner ersten Novelle "L'Homme qui vivait couché sur un banc" 1939 für den Schriftstellerberuf entschied.

"Le Chant de la Grande-Dixence" und "Portrait des Valaisans" verschafften ihm 1965 den Durchbruch beim breiten Publikum. Chappaz über 40 Werke veröffentlicht, sein letztes erschien 2008 unter dem Titel "La pipe qui prie et fume". Mehrere Chappaz-Werke übersetzte Pierre Imhasly ins Deutsche, darunter "Rinder, Kinder und Propheten" ("Le Match Valais-Judée"), "Die Zuhälter des ewigen Schnees" und "Die Walliser Dichtung und Wahrheit". Neben etlichen anderen Literaturpreisen erhielt Maurice Chappaz 1997 den Großen Schillerpreis, die renommierteste Literaturauszeichnung der Schweiz. (APA/sda)

 

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