Norwegische Ärzte: Israel setzt neuartige Spezialwaffen ein

16. Jänner 2009, 11:02
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Mediziner berichten von konzentrierter Sprengkraft - Israelischer Sprecher: "Linksradikaler" Mediziner will Israel dämonisieren

Oslo - Zwei norwegische Ärzte, die in den vergangenen Wochen im Shifa-Krankenhaus in Gaza gearbeitet haben, beschuldigen Israel im Krieg gegen die Hamas des Einsatzes neuartige Spezialwaffen, die besonders folgenschwere Verletzungen verursachen. Die beiden Mediziner Erik Fosse und Mads Gilbert untermauern ihre Behauptungen mit Fotos von Patienten, die der norwegische Sender NRK am Freitag veröffentlichte. Israel wirft insbesondere Gilbert vor, "linksradikale Ansichten" zu haben und das Land systematisch zu dämonisieren.

"Dense Inert Metal Explosives"

Fosse und Gilbert zufolge deuten die schweren und in diesen Fällen zumeist tödlichen Verwundungen einiger ihrer Patienten auf den Einsatz sogenannter "Dense Inert Metal Explosives" (DIME) hin. Diese entfalten eine besonders konzentrierte Sprengkraft im unmittelbaren Trefferbereich und setzen bei der Detonation krebserregenden Metallstaub frei, der radioaktiv sein kann. Der Sinn dieser Geschoße sei es, in einem Umkreis von 10 bis 15 Meter große Sprengkraft zu entfalten, außerhalb davon jedoch kaum Schaden anzurichten, zitierte der norwegische Sender einen Militärfachmann.

Informationsquelle

Die beiden Ärzte veröffentlichten die Eindrücke aus ihrer Arbeit im Gazastreifen auch in der Mediziner-Zeitschrift "Lancet". Weil Israel keine internationalen Journalisten in den Gazastreifen einreisen lässt, zählten die beiden Ärzte im Dienst der humanitären Hilfsorganisation Norwac zu den wenigen westlichen Informationsquellen aus Gaza in den vergangenen zwei Wochen.

"Linksradikale Ansichten"

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums bezeichnete die Angaben der Ärzte laut NRK als "Lügen" und warf Gilbert vor, "linksradikale Ansichten" zu haben und dafür bekannt zu sein, Israel systematisch zu dämonisieren. Seine Geschichten seien "Dantes Fantasie würdig", zitierte NRK Ministeriumssprecher Yigal Palmor, der offensichtlich auf den italienischen Dichter Dante Alighieri (1265-1321) und dessen Schilderung der Unterwelt anspielte. Fosse und Gilbert hatten bereits davor Israel ein besonders brutales Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. (APA)

 

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    Erik Fosse und Mads Gilbertbei einer Pressekonferenz in Oslo.

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