Verhandlungen erneut ohne Ergebnis

20. Jänner 2009, 07:29
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Zwölfstündige Gespräche brachten keine Einigung über Kabinettsposten - Krisengipfel der SADC am kommenden Montag

Harare/Johannesburg - Die Gespräche über eine Machtteilung in Simbabwe sind ergebnislos beendet worden. Auch nach zwölfstündigen Beratungen konnten sich der 84-jährige Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai am Montag in Harare nicht über die Verteilung der Kabinettsposten einigen. Tsvangirai zeigte sich enttäuscht und sprach von einem "schwarzen Tag".

Mugabe sagte nach dem Treffen, die Gespräche seien nicht sehr gut verlaufen. Er betonte, die Verhandlungen würden jedoch weitergehen. Zuvor hatte Mugabe damit gedroht, eine Regierung in dem afrikanischen Krisenstaat ohne die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Tsvangirai zu bilden, falls es keinen Durchbruch bei diesen Gesprächen geben sollte.

Regionalgipfel am Montag

Das Treffen nach monatelangem Stillstand war durch Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten Kgalema Motlanthe, seines Amtsvorgängers Thabo Mbeki sowie Mosambiks Staatschef Armando Guebuza zustande gekommen.

Die südafrikanische Staatengemeinschaft SADC soll nach Angaben von Generalsekretär Tomaz Salomao am kommenden Montag bei einem Krisengipfel nach einem Ausweg aus der verfahrenen Lage suchen. Im Grundsatz einigten sich Mugabe und die Opposition bereits vor Monaten darauf, dass Mugabe das Präsidentenamt behält und Tsvangirai Regierungschef wird. Allerdings beharrt Tsvangirai darauf, dass seine Bewegung für Demokratischen Wandel auch Schlüsselressorts wie etwa das Innenministerium besetzt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 180 Menschen bei politisch motivierten Gewalttaten getötet, vor allem MDC-Anhänger. (APA/AFP/dpa)

 

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    Oppositionschef Morgan Tsvangirai.

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