Jeden Tag 1500 tödliche Geburten

15. Jänner 2009, 18:43
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Im Zusammenhang mit Schwangerschaften sterben 530.000 Frauen im Jahr, rund die Hälfte von ihnen in Afrika

Johannesburg - Jeden Tag sterben weltweit 1500 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt. Besonders viele sind es in den ärmsten Ländern der Welt, wo die Sterblichkeitsrate im Schnitt 300-mal höher ist als in wohlhabenden Staaten, wie aus dem am Donnerstag im südafrikanischen Johannesburg präsentierten Jahresbericht von Unicef "Zur Situation der Kinder auf der Welt 2009" hervorgeht.

Am gefährlichsten sind Schwangerschaften in Niger: Jede siebente Geburt endet dort tödlich. Weltweit liegt der Durchschnitt bei 1:8000. Rund die Hälfte der 530.000 Todesfälle während oder infolge einer Geburt passiert in Afrika, in Südasien sind es 187.000. In Afrika und Asien bringen 60 Prozent der Frauen ihre Kinder zu Hause auf die Welt. Oft sind sie dabei ganz auf sich allein gestellt, Fachpersonal fehlt.

Nach Einschätzung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen besteht in keinem anderen Gesundheitsbereich eine derart große Kluft zwischen wohlhabenden und armen Ländern. Seit 1990 sind laut Unicef zehn Millionen Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt gestorben.

Blutungen und Infektionen

Zu den Todesursachen zählen Blutungen, Vergiftungen und unsachgemäße Abtreibungen sowie lebensgefährlicher Bluthochdruck, Eisenmangel, HIV-Infektionen, zu frühe oder zu kurz aufeinander folgende Schwangerschaften und Überarbeitung.

Unicef ruft dazu auf, den Kampf gegen die Müttersterblichkeit zu verstärken. Untersuchungen zeigen, dass 80 Prozent der Todesfälle verhindert werden könnten, wenn Schwangere Zugang zu einer kontinuierlichen medizinischen Grundversorgung hätten. Die Regierungen müssen mehr investieren, um die Gesundheitssysteme für die ärmsten Familien in den Entwicklungsländern zu stärken, ist Unicef überzeugt. "Besonders wichtig ist es, die Ausbildung von Hebammen, Ärzten und medizinischem Personal auszuweiten und Anreize zu schaffen, dass diese auch in ländlichen Regionen ar-beiten", erklärte Unicef-Direktorin Ann Veneman. (APA, spri/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2009)

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