Veranlagung

15. Jänner 2009, 18:43
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Stellt Cristiano Ronaldo für eine Versicherung noch eine brauchbare Veranlagung dar?

Die Bank hat geschrieben, dass es da zwar eine Finanzkrise gibt, aber bei ihr sei meine Veranlagung gut aufgehoben. Das tröstet wirklich, denn die Veranlagung des Österreichers zum Zweifel ist größer als zum Sieg, weshalb hierzulande zwar der bestbezahlte Bankmanager lebt, nämlich Andreas Treichl, aber bei weitem nicht der teuerste Kicker, Cristiano Ronaldo.

Veranlagung ist nämlich nicht alles, sie muss durch harte Arbeit ausgebaut und durch originelle Ideen immer wieder aufgefrischt werden. Weltfußballer Ronaldo hat vor kurzem seinen 230.000-Euro-Ferrari am Straßenrand zerstört. Die Gel-Frisur hielt wie ein Einser, aber er muss vorübergehend mit dem peinlichen Bentley-Zweitwagen auskommen.

Seither diskutieren sie in London, ob Ronaldo für eine Versicherung noch eine brauchbare Veranlagung darstellt. Oder ist er zu teuer und riskant für einen Versicherungsschutz? Übermut ist plötzlich kein Geschäft mehr, sondern eine echte Gefahr - außer für Banker.

Das erklärt einen unter Bankern kursierenden Witz über Christian Konrads (Raiffeisen) Ansage "nur über meine Leiche" Staatshilfe in Anspruch zu nehmen. Seit die Raiffeisen das macht, müsste Konrad also tot sein.

Aber Tod und Himmel sind für gute Katholiken und Banker bloß der Lohn für ein gut veranlagtes Leben. Der Unterschied zwischen Kickern (Hochrisikopatienten) und Bankern (Staatsvollkasko) besteht in ihrer Veranlagung, erst Erfolg zu haben und dann Prämien zu kassieren.

Das ist für normal veranlagte Versicherer verständlicherweise zu unsicher.(Johann Skocek; DER STANDARD Printausgabe 16. Jänner 2009)

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