EU startet bei Milch neuerlich mit Stützungskäufen

15. Jänner 2009, 17:44
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Ein agrarpolitisches Instrument wird doch wieder benutzt: Die Exportstützung

Berlin - Ein agrarpolitisches Instrument, das die EU wegen der Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation WTO liegenlassen wollte, wird doch wieder benutzt: Die Exportstützung. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel kündigte bei der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin an, ab 1. März Aufkäufe von Butter und Magermilchpulver zu einem fixen (Interventions-)Preis durchführen zu wollen.
Dafür soll ein Teil der 1,5 Mrd. Euro an nicht genutzten Mitteln aus dem Agrarbudget bereitgestellt werden. Die EU will damit die radikal purzelnden Milchpreise stoppen, die im Vorjahr zu Bauerndemos in vielen EU-Ländern, auch in Österreich, geführt haben.

Fischer Boel erklärte den WTO-Bruch damit, dass auch andere Länder wie Neuseeland Milch zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt werfen. "Wir können die Vorgaben, die wir im Rahmen der WTO-Verhandlungen auf den Tisch gelegt haben, nur dann befolgen, wenn auch andere ähnliche Aufgaben machen" , erklärte sie.
Ganz ohne Förderungen wuchsen die österreichischen Agrarexporte. Vor allem Fleisch, Käse und Obst wurden um fast acht Mrd. Euro im Ausland verkauft, sagte der Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria, Stephan Mikinovic. Das sei ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Jahr davor. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.1.2009)

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