Radio France International baut ein Fünftel seiner Posten ab

15. Jänner 2009, 17:10
posten

Sendungen auf Deutsch werden eingestellt

Der öffentlich-rechtliche französische Hörfunk "Radio France International" (RFI) hat am Donnerstag im Betriebsrat einen "Modernisierungsplan" vorgestellt, der den Abbau von 206 der insgesamt 1.040 Posten vorsieht. Dagegen sei es "möglich", 34 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nach Angaben der Direktion ist RFI mit einem "Schwund der Einschaltquoten" und "sehr großen Finanzschwierigkeiten" konfrontiert. Im Vorjahr erlitt der Sender 9
Mio. Euro Verluste.

"Die Direktion spricht noch nicht von einem Sozialplan und versucht, die direkten Kündigungen zu beschränken", erklärte der CFDT-Gewerkschafter Marc Thiebault am Rande der Betriebsratssitzung. Nach den Angaben zielt die Geschäftsführung vor allem auf freiwillige Kündigungen und Frühpensionen ab, um die geplante Nettobelegschaftsreduktion von 172 Posten zu erreichen.

RFI kündigte am Donnerstag weiter die Absicht an, wegen mangelnder Einschaltquoten die Sendungen in sechs Sprachen einzustellen. Betroffen sind nach den Angaben Deutsch, Polnisch- Serbo-Kroatisch, Türkisch, Albanisch und Laotisch. Dagegen verzichtete die Direktion auf die Einstellung der russischen Sendungen, nachdem mehr als 1.000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt worden waren. Laut RFI sind die sechs eingestellten Sprachen "in Bezug auf die geopolitischen Entwicklungen nicht ausschlaggebend". Dagegen sollen die Sendungen auf Englisch, Portugiesisch und Swahili ausgedehnt werden.

RFI gehört gemeinsam mit dem Non-Stop-Nachrichtensender France 24 und dem internationalen französischsprachigen Fernsehsender TV Monde zur Holdinggesellschaft AEF, deren Vorsitz Alain de Pouzilhac führt. Die 1975 geschaffene RFI wird zu 98 Prozent seines Budgets durch staatliche Subventionen finanziert. Das in Paris angesiedelte Radio France International wird in 74 Ländern ausgestrahlt und erreicht 45 Millionen Zuhörer in aller Welt. 400 Journalisten arbeiten in Paris, 600 sind Korrespondenten in aller Welt. (APA)

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